Archives for category: Häppchen & Kleinigkeiten

Eigentlich ist es ein wenig peinlich wenn man Männer- oder Frauenmagazine liest. Ich verweigere mich da auch immer dem Einkauf. Und dann kommen die Flüge von A nach B und die Fluggesellschaften legen mir lauter Hindernisse in den Weg,  sowas nicht zu lesen. So auf dem Heimweg aus Vietnam, da habe ich mir eine Men’s Health mitgenommen. Ich möchte als Entschuldigung anbringen, dass ich da schon 13 Stunden Nachtflug von Saigon nach Frankfurt hinter mir hatte und mit ein wenig Nerv den Flug nach Berlin so noch bekommen habe. Da wollte ich nichts kompliziertes mehr und war wahrscheinlich brennend daran interessiert, wie ich in 6 Wochen zu meinem Sixpack komme. Oder so. Irgendwann werde ich noch mal das Experiment wagen und so einen komischen Fitnessplan exakt wie aufgemalt nachmachen und schauen, was dabei herauskommt. Son Sixpack ist ja an sich nichts Doofes. Ich befürchte nur immer, dass ich für ein sichtbares Sixpack zu viel Unterhautfettgewebe aufgeben müsste.
Ejal, zurück zum Thema. In der Ausgabe ging es auch um vegetarische Alternativen zum Steak. Wobei die Gemeinsamkeit mit Steak eigentlich nur darin bestand, dass das Gemüse halt auch in größeren Scheiben gebraten wird. Naja. Wennse denn meinen. Eine der vorgeschlagenen Varianten waren mit Misomarinade bestrichene Auberginenscheiben, die ganz interessant aussahen und auch dann sowohl sofort und heiß als auch kalt am nächsten Tag im Sandwich sehr lecker waren. Tüteneinfach, schnell und gut. Das hab ich gern. Selbst wenn es das Rezept aus einer Männerzeitschrift ist.
Ansicht:

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Sehr seltener Gast in meiner Küche, der gemeine Hefepfannekuchen. Aber dann hat sich Anikó schon im Vorfeld gewünscht, dass wir diese mit Zimtkaramell gefüllten koreanischen Hefepfannekuchen von Miss Boulette zum Frühstück nachmachen. An sich sind die tüteneinfach. Ich habe natürlich einen Blick in die Wikipedia dazu geworfen und dabei gelernt, dass 호떡 ein klassisches Winteressen sind. Passt doch. Auch wenn es nicht so recht vor sich hin wintern will und eher nasskalt ist: das ist ein wunderbarer Start in den Tag. Klein, süß, fettig und voller glücklichmachender Kohlehydrate.
Ein klein wenig hatte ich erwartet, eine Variante hiervon in meinem koreanisch-vegetarischen Kochbuch zu finden, aber da sind diese nicht drin, nur andere kleine Küchlein und süß und herzhaft.
Ich gehöre zu den Menschen, die morgens aufwachen und Hunger haben. So sehr, dass es meist der Grund dafür ist, dass ich auch am Wochenende nicht wirklich lange schlafe, weil die kleinste Welle in Richtung wach werden von meinem Körper dazu genutzt wird mir mitzuteilen, dass da ein Hüngerchen darauf wartet bedient zu werden. Schon das ist ein Grund für mich, nicht erst morgens damit anzufangen einen Hefeteig von Null herzustellen. Sowas bereite ich dann abends vor, lasse den Hefeteig im Kühlschrank über Nacht kalt gehen und muss dann am nächsten Tag nur noch kurz den Teig auf Zimmertemperatur kommen lassen, füllen und in die Pfanne geben. Viel entspannter. Für die Menschen in meiner Umgebung genau wie für mich. Der zweite Tag war deutlich fotogener als der erste. Auch weil ich die Küchlein nicht ganz so platt gedrückt und ein wenig fluffig gelassen habe:

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Sooo. Wie eigentlich immer, wenn ich mich mit Anikó treffe, hatte ich hinterher ein neues Buch für meine Küchensammlung. Es wurde das Backbuch, das zu diesesm Start-Up gehört: Der Gugl. Da sich ausgesprochen nicht zwischen Google und Gugl unterscheiden lässt und ich das Wort Kuchenpraline ausgenommen blöd finde, bin ich dazu übergegangen, sie nach Betty Bossi ‘Mini-Höpfli’ zu nennen. Das klingt niedlich, wie überhaupt Schweizerdeutsch gern niedlich klingt, wenn ich es denn verstehe. Einerseits sahen die Dinger nach der perfekten Größe aus, wenn ich des Nachmittags im Büro das Verlangen nach einem kleinen Kuchenteil habe, andererseits ist der GröFaZ nicht der geborene Kuchenesser, findet aber so ein kleines süßes Teil mal zum Espresso gar nicht falsch. Und die hier haben genau die richtige Größe dafür. Die sind winzig. Wirklich winzig. Und sie haben eine Backzeit, die Keksen Konkurrenz macht, mit ihren Knapp über 10 Minuten. Achtung: hier ist die Backzeit genauso kritisch wie bei Keksen: zu lange und die Dinger werden unangenehm trocken, zu kurz und sie sind noch klitsch. Ich habe die erste Runde der kleinen Lieblinge von mehreren Testessern begutachten lassen. Einheitliches Feedback: wunderbar lecker, schöne Häppchengröße, nur den Ingwer, den schmecke man nicht. Ach ja, ich hatte mich für den Erstversuch für die Variante in Schoko-Ingwer-Orange entschieden. Schokolade und Orange sind beide schön da, aber der Ingwer bleibt irgendwo schüchtern versteckt.
Grundsätzlich: bei diesen kleinen Dingern hilft es sehr, wenn man eine grammgenaue Waage hat, eine Form von Handmixer/Küchendings, eine Microplanezestenreibe und einen ordentlichen Spritzbeutel. Das ist eher was für die Bastler, die gern genau arbeiten und im Chemielabor Stunden des Glücks mit einem ordentlichen Versuchsaufbau verbringen. Mit ein wenig Übung geht sicher auch alles aus dem Handgelenk, aber ich würde davon abraten, dass die ersten Male im Blindflug ‘ach, das passt schon’ zu versuchen.

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Es ausflügelte gar sehr. Unten: voller Herbstnebel. Oben: schönster Sonnenschein. Es war der erste Oktober und wir sind mit der Zahnradbahn auf die Rigi hoch gefahren, nur um dann runterzulaufen. Zumindest bist zu der Feuerstelle der ‘Schweizer Familie’. Plan: ein kleines Käsefondue, ein wenig Kartoffelsalat, ein paar Cervelat und danach einen Espresso, um die Mypressi auszuprobieren. Tja. Dazu muss man sie nur auch mitnehmen, was wir glatt versäumt haben. So harrt sie denn weiterhin des Feldeinsatzes und wurde bisher nur Daheim auf Funktionalität geprüft. Und ja, anständiges Gerät, wenn man mit wenig Platz oder unterwegs einen guten Espresso bekommen möchte.

Ich mag Kartoffelsalat mit Mayo manchmal und dann auch nur, wenn es sich um handgedrehte Mayonnaise handelt. ATB hat eine deutliche Abneigung gegen Mayonnaise allgemein und verkündet gern im Vorfeld, dass sie Kartoffelsalat auf diese Art aber nicht mag. Und dann isst sie ihn doch. Für gewöhnlich mit einem Kommentar ‘Oh, das schmeckt ja mit solcher Mayo doch lecker’. Ich bin dafür, dass wir uns darauf einigen, dass Kartoffelsalat mit Mayo nur dann doof ist, wenn er nicht von mir gemacht wurde. Ich habe den ‘Sanften Kartoffelsalat‘ gemacht und nur noch ein paar Zwiebelchen wegen des Crunch-Effektes mit dazugegeben.

Eigentlich fand ich es noch zu warm für Käsefondue. Andererseits: 1. Oktober. Nach Kalender schon wieder voll erlaubt. Und dann? Einfach wunderbar, das volle Cliché zu geben und auf dem Berg den Käse über der Feuerstelle zu schmelzen, das Brot mit dem Opinel kleinzuschneiden und beim Essen auf die leicht diesigen Berge zu schauen. Einfach schön. Sogar sehr schön. Die Käsemischung ist keine geheime Hausrezeptur sondern einfach selbstgekaufte Mischung moitié-moité aus dem Supermarkt. Schon mit allem drin, auch dem Kirsch und so sehr geeignet für das Bergpicknick.

Der Paraglider war erstaunlich lang am Rumgleiten – ich glaube, er ist über eine Stunde sanft von hier nach da getrieben. Es sah aus wie etwas, das ich auch gern mal ausprobieren würde. Währenddessen lagen die Cervelat auf dem Grill und wurden nicht nur gar sondern auch ein wenig geräuchert.

Es konnte keiner mehr weiteressen. Also haben wir nur noch ein wenig die Landschaft genossen und dann irgendwann die Reste eingepackt und sind mit der Seilbahn runtergefahren, damit wir zumindest noch 2 Stationen mit dem Schiff zurück fahren konnten. Ich fahre gern Schiffchen.

Und im Winter, da freue ich mich schon darauf, mit dem Schlitten die Rigi runterzufahren.

Wenn ich mal vom Urlaub absehe, so ist es diese Woche das erste Mal im aktuellen Sommer, dass ich 3x Schwimmen war: Montag im Tegeler See, Mittwoch in der Krummen Lanke und heute rasch in der Mittagspause im Prinzenbad. Wenn ich es genau time, dann kann ich einen Schwimmbadbesuch in die Mittagspause der Heimarbeit reinquetschen. Zum Glück brauche ich nur 5 Minuten mit dem Rad, um ins Bad zu kommen und gegen halb 1 außerhalb der Schulferien ist da auch keine Schlange. Also rein, umgezogen und ins 50m-Becken gefallen, um eine kleine Runde zu schwimmen. Beim Trocknen auf der Wiese kann man es sich gut gehen lassen in der Sonne und ein mitgebrachtes Mittagessen vernichten, so dass auch der eigentliche Zweck der Pause wahrgenommen wird. Blöd ist nur, dass ich dann gern denke: eigentlich, eigentlich müsste ich doch gar nicht mehr zurück an den Rechner und weiterarbeiten. Es wäre doch viel schöner, wenn ich auf der Wiese bliebe. Ein wenig lesen, ein wenig dösen und dann eine neue Runde schwimmen, bis es irgendwann Abend wird und ich mich auf den Weg zum Konzert mache. Leider ist mein Pflichtbewusstsein stärker und weil ich schon so schön dabei bin, teile ich auch gleich das Rezept für den Kartoffelsalat, der heute mit ins Schwimmbad gehen durfte.

Eine Augenweide ist er in dieser Präsentationsform nicht, aber nu. Schmecken tut er.

Schwimmbadkartoffelsalat

für 1-2 als leichtes Mittagessen

2 großzügige Handvoll neuer Kartoffeln, gekocht, geschält und in Würfeln
1 kleine Zwiebel, in feinen Würfeln
1 Handvoll echten Feta, in Würfeln
1 Handvoll schwarze Oliven, entsteint
1 Handvoll getrocknete Tomaten, gehackt
4 TL Mayonnaise
4 TL Crème fraîche
1 TL Olivenöl
2 EL Petersilie, frisch gehackt
Salz, Pfeffer

Mayo, Öl, Crème fraîche, Petersilie, Salz und Pfeffer zu einer glatten Crème verrühren. Restliche Zutaten zusammen in eine Schüssel geben und mit dem Dressing mischen. Mindestens Stunde, besser über Nacht ziehen lassen. Höchstwahrscheinlich muss noch nachgesalzen werden.

In Tupperschüsseln der Wahl füllen und mit ins Freibad nehmen.

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