Archive für Beiträge mit Schlagwort: Kartoffeln

Seitan ist so ein merkwürdiges Produkt, das nicht so recht zu mir sprechen will. Wozu zum Teufel brauche ich fake meat? Wenn ich Fleisch essen wollte, kaufte ich mir welches. Dann war die Neugierde doch irgendwann grösser als meine Ablehnung und ich habe mir eine Probepackung von 200g gekauft. Ein Freund sagte mal, dass das wie billiges Fleisch schmecke und deswegen hervorragend für Gyros geeignet sei (er lehnt jedes Gyros aus qualitativ hochwertigem Fleisch ab. Das ist gegen die Tradition). Ich habe jetzt nicht den Vergleich und finde das Zeug ein wenig merkwürdig in der Haptik, aber an sich etwas, das mit der passenden Sauce durchaus schmecken kann. Mein Enthusiasmus am neuen Produkt ging allerdings nicht soweit, dass ich mich hingestellt und selber das Gluten aus dem Mehl gewaschen hätte.
Seitan ist zwar nicht traditionell in der indischen Küche, aber mir war gerade danach. Und ich muss gestehen, dass ich auch die Idee ein wenig amüsant fand, einen Twist zum klassischen Fleisch mit Kartoffeln in indisch-vegetarisch zu bauen. Unabhängig davon, dass ich die Konsistenz von Seitan ein wenig merkwürdig finde, ist es übrigens ein sehr leckeres Essen. Die Kartoffelplätzchen kenne und schätze ich schon länger, mache sie aber leider zu selten. Ich baue darauf, dass ich nach dem Aufschreiben für die nächste Zeit aktiver daran erinnern werde. Nun denn: auf, ans Massaker. Lauter kleine Glutene mussten schliesslich für dieses Essen sterben.

Madras Seitan mit indischen Rösti - Kochen für Schlampen

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bevor der Winter ganz vorbei ist ein Somerset Stew mit Cheddar Parsley Mash. Noch vor Weihnachten, als es in wenig kälter war als jetzt, haben sich die Kleine Prinzessin und ich und einen netten Abend gemacht und ein wenig gekocht. Ich hatte mir die Zutaten auf der Arbeit angeschaut und war der festen Überzeugung, dass ich alles da haben würde, so wie es in der Bastelanleitung stand. Doch wie heißt es so schön? Denkste Puppe. Es war zwar richtig, dass ich alles da hatte, nur habe ich meine TK-Bohnen schon so lange nicht mehr angeschaut, geschweige denn benutzt, dass sie voller Gefrierbrand waren und ich lieber auf Erbsen ausgewichen bin. Die waren zumindest noch neuer und konnten gut gegessen werden.
Es ist ein sehr schönes Winteressen, das wunderbar von Innen wärmt und sich saisonal anfühlt, auch wenn es das nicht so ganz wirklich ist mit dem eingedosten und tiefgekühlten Zeug. Nach dazu ist ist das dadurch wunderbar einfach und schnell zu machen und so perfekt für ein Abendessen unter der Woche.

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Wenn ich mal vom Urlaub absehe, so ist es diese Woche das erste Mal im aktuellen Sommer, dass ich 3x Schwimmen war: Montag im Tegeler See, Mittwoch in der Krummen Lanke und heute rasch in der Mittagspause im Prinzenbad. Wenn ich es genau time, dann kann ich einen Schwimmbadbesuch in die Mittagspause der Heimarbeit reinquetschen. Zum Glück brauche ich nur 5 Minuten mit dem Rad, um ins Bad zu kommen und gegen halb 1 außerhalb der Schulferien ist da auch keine Schlange. Also rein, umgezogen und ins 50m-Becken gefallen, um eine kleine Runde zu schwimmen. Beim Trocknen auf der Wiese kann man es sich gut gehen lassen in der Sonne und ein mitgebrachtes Mittagessen vernichten, so dass auch der eigentliche Zweck der Pause wahrgenommen wird. Blöd ist nur, dass ich dann gern denke: eigentlich, eigentlich müsste ich doch gar nicht mehr zurück an den Rechner und weiterarbeiten. Es wäre doch viel schöner, wenn ich auf der Wiese bliebe. Ein wenig lesen, ein wenig dösen und dann eine neue Runde schwimmen, bis es irgendwann Abend wird und ich mich auf den Weg zum Konzert mache. Leider ist mein Pflichtbewusstsein stärker und weil ich schon so schön dabei bin, teile ich auch gleich das Rezept für den Kartoffelsalat, der heute mit ins Schwimmbad gehen durfte.

Eine Augenweide ist er in dieser Präsentationsform nicht, aber nu. Schmecken tut er.

Schwimmbadkartoffelsalat

für 1-2 als leichtes Mittagessen

2 großzügige Handvoll neuer Kartoffeln, gekocht, geschält und in Würfeln
1 kleine Zwiebel, in feinen Würfeln
1 Handvoll echten Feta, in Würfeln
1 Handvoll schwarze Oliven, entsteint
1 Handvoll getrocknete Tomaten, gehackt
4 TL Mayonnaise
4 TL Crème fraîche
1 TL Olivenöl
2 EL Petersilie, frisch gehackt
Salz, Pfeffer

Mayo, Öl, Crème fraîche, Petersilie, Salz und Pfeffer zu einer glatten Crème verrühren. Restliche Zutaten zusammen in eine Schüssel geben und mit dem Dressing mischen. Mindestens Stunde, besser über Nacht ziehen lassen. Höchstwahrscheinlich muss noch nachgesalzen werden.

In Tupperschüsseln der Wahl füllen und mit ins Freibad nehmen.

Das Bild wartet jetzt schon ein wenig länger darauf, in ein Posting umgewandelt zu werden. Weil es ein totaler Klassiker in meiner Küche ist, war ich der festen Überzeugung, dass ich das Rezept schon längst ins Blog eingetragen hätte und es daher nur ein In-Erinnerungrufen ist und so keine hohe Priorität hat. Erstaunlicherweise war dem aber nicht so. Von daher kommt die klassische Kartoffelsuppe meiner Küche nun erst her – ich bin nicht mehr ganz sicher, wo ich das Rezept her habe… ich denke, dass ich es einfach mal bei meiner Großmutter abgeschaut habe. Schließlich habe ich mit etwa 15 einen Satz Ferien bei meiner Großmutter verbracht, nur um mir zeigen zu lassen, wie sie einige Klassiker kocht. Das war schon deswegen eine Erfahrung, weil sie ihre Rezepte und Schüsseln so gut kannte, dass sie für die meisten Kuchen keine Küchenwaage oder ähnliches brauchte – sie konnte am Füllstand erkennen, ob die Mengen jeweils so hinkommen. Jedenfalls: wunderbare Alltagsküche, jahrelang bewährt.

Ich bin gern draußen im Schnee. In der Zeit, die immer so gruselig ‘zwischen den Jahren’ heißt, habe ich aufgrund der Betriebsferien immer ordentlich Zeit, in der einen oder anderen Form draußen im Schnee zu sein. Eigentlich wollte ich heute mit der Kleinen Prinzessin eine kurze Wanderung am Ruppiner See machen, aber leider ist der öffentliche Nahverkehr in und um Berlin derzeit derartig unzuverlässig, dass wir lieber auf ein bewährtes Konzept zurückgegriffen haben: Grunewald. Seit nunmehr 30 Jahren ist das für uns die bewährte Variante, wenn es um Spaziergänge, Fahrradtouren, Picknicks und Baden geht. Es soll Berliner geben, die noch nie im Grunewald gewesen sind. Wie und warum die das machen, wird mir immer unverständlich bleiben.

Wenn man sich die S-Bahn so anschaut (sie fährt immerhin noch alle 20 Minuten), kann man fast verstehen, wieso es da das eine oder andere wetterbedingte Problem gibt. Andererseits… es ist jetzt mindestens der dritte Schneewinter in Folge, so langsam könnte die BVG auch lernen, wie man mit Schnee und Eis umgeht.

Da sich die Kleine Prinzessin und ich verpasst hatten, durfte ich ein wenig gelangweilt auf dem S-Bahnhof rumstehen. Das ist der Ausblick. Glücklicherweise war meine S-Bahn so viel zu spät, dass es nur 5 Minuten gedauert hat, bis Madame ankam und wir in den Wald konnten.

Jedes Jahr das gleiche: das Ökowerk macht über Weihnachten und Silvester zu. Ich gehe nach einem Spaziergang im Wald gern noch auf Tee und Torte, Kaffee und Kuchen oder was auch immer in ein Café. Und ich mag das Ökowerk, anscheinend mögen sie mich und meine Schneespaziergänge nicht: ich bin da bisher immer nur im Frühjahr, Sommer und Herbst, nie aber im Winter gewesen.

Der Grunewald ist wunderbar eingeschneit – es gibt ein paar größere Forstwege, die halbwegs ok festgestrampelt sind, aber die meisten Wege sind eher wie der hier: mit ein wenig Glück hat seit dem letzten Schneefall jemand eine Spur vorgelaufen. Wenn nicht, wünscht man sich Schneeschuhe, weil man sonst gern bis zu den Knien im Schnee versinkt.

Es sind erstaunlich viele Skilangläufer unterwegs. Sobald man ein wenig weiter von Parkplätzen und S-Bahnen entfernt ist, trifft man nur noch ungefähr alle Viertelstunde andere Menschen und die meisten sind Skilangläufer, die angefangen haben, im Wald Loipen zu laufen. Der Schnee scheint den gut gelaunten Bergbewohner im an sich eher als leicht grummelig bekannten Berliner zu wecken: es wird freundlich alles gegrüßt, was einem so vor die Füße läuft. Vollkommen neue Erfahrung.

Es gibt mehrere Klassiker, die bei einem der langen Spaziergänge (wir waren knappe 3 Stunden unterwegs), vorkommen. Dazu gehören:

“Ich muss Pipi.”

“Ich hab Durst.”

Und nicht zuletzt: “Wo sind wir hier eigentlich?”

Unabhängig davon, dass wir auf eigentlich allen Wegen des Grunewalds schon zu allen Jahreszeiten unterwegs gewesen sind, verlaufen wir uns doch regelmäßig und sind dann immer sehr froh, dass die Kilometersteine gepflegt werden. Zwar ist die Entfernung darauf eher als ungefähr denn als absolut zu sehen, aber was stimmt, das ist die Richtung. Und so haben wir sicher wieder zurück an unseren Ausgangspunkt gefunden und konnten uns in Richtung Café bewegen.

Ich habe mich der klassischen Schwäbischen Apfeltorte mit Sahne und die Kleine Prinzessin einer – theoretisch – Grillparzertorte hingegeben. Ich bin allerdings recht sicher, dass sie eine andere Torte bekommen hat. Irgendwas mit Marzipan und Pistazie. Wie immer war beides sehr gut.
Trotzdem war ich sehr froh, dass ich Zuhause dann noch Kartoffelgulasch von gestern Abend hatte. Was richtiges halt.

Kartoffelgulasch

für 2 (aus dem Magazin der Süddeutschen, 2010/48, nur leicht adaptiert)

Butter
1/4 kg Zwiebeln, geschält und in feinen Ringen
1 EL Tomatenmark
1/2 EL Rosenpaprika
200 ml Pizzatomaten
1/8 l Gemüsebrühe
1/2 kg Kartoffeln, geschält und in großen Würfeln
2 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
1/2 EL Kreuzkümmel, gemahlen
ein wenig abgeriebene Zitronenschale
Salz, Pfeffer
3 EL gehackte Petersilie
100 ml Saure Sahne (oder Schmand. oder Crème fraîche)

Die Zwiebeln in der Butter glasig dünsten. Tomatenmark und Paprika unterrühren. Pizzatomaten und Gemüsebrühe dazugeben und zugedeckt ca. 10 Minuten leise köcheln lassen. Die Kartoffeln, Knoblauch, Kümmel, Zitrone und Salz dazugeben. Etwa 25 Minuten köcheln lassen oder bis die Kartoffeln gar sind. Pfeffern, Petersilie dazugeben und noch einmal abschmecken.
Auf Tellerchen  geben und mit Saurer Sahne versehen. Eventuell mit ein wenig Petersilie dekorieren.

Lecker. Und wunderbar geradeaus. Was besonders nach der Völlerei der Weihnachtstage begrüßenswert war.

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