Kochen für Schlampen – Hamburg, Berlin, Zürich

8. Juli 2009

Neuauflage: Möhrensuppe

Gespeichert unter: Gemüse, Zuppa — kochschlampe @ 10:10
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Eigentlich habe ich diese Suppe als eine heiße Suppe kennengelernt. Jetzt konnte ich feststellen, dass sie auch in kalt sehr gut schmeckt und damit ein wunderbares Sommerabendessen ergibt. Dazu kam der kleine Schreck, der mich wieder daran erinnert hat, warum wir damals von blogg.de weggegangen sind: unerwartete Serverausfälle. Und da wir in einem Anfall von Blauäugigkeit zwar alle Postings migriert haben, aber die Bilder immer noch bei blogg.de gehostet sind, schwant mir, dass es demnächst noch eine lange Aktion wird geben müssen, bei der alle alten Verlinkungen aktualisiert werden , so dass die wordpress-Seite das Ziel ist und alle Bilder bei wordpress hochgeladen werden. Das könnten lange Abende werden.
Ich freu mich schon sehr.

neuauflage_moehrensuppe

18. Juni 2009

Siebecks Sommersuppe

Gespeichert unter: Zuppa — groefaz de la cuisine @ 3:32

Als mich letzte woche meine mitanteilseignerin am kind anrief, um von mir das legendäre sommersuppenrezept aus – ich glaube es war – Siebecks Sommerseminar im Zeitmagazin 1.0 – abzufragen, war ich gerade in der finalrunde der xTreme chilling weltmeisterschaften bei St. Tropez gebunden. Die standardantwort, das rezept fände sich auf kochschlampe zog nicht, denn ich hatte es seit bestehen des weblogs nicht mehr umgesetzt und entsprechend nie verbloggt.

xtreme chilling world championship 2009

Bei 30 grädern und diesem blick musste die suppe aus dem stand am selben tag in den speiseplan eingefügt werden:

Die zutaten sind schlicht und preiswert. Ich habe vor jahren einmal mehrere versuche gemacht diese suppe aufzupimpen indem ich z.b. berge von garnelen als dritte komponente zugefügt habe. Und ich muss sagen, einfach und billig wie hier beschrieben ist immer noch am besten.

Für die suppe:

  • 2-4 hände festkochender kartoffeln, gewürfelt
  • gleiche volumenmenge lauchstange, in ringen
  • 1-2 knollen (!) knoblauch
  • piri-piri, frische chili, chili paste whatever is chilli-scharf
  • salz

Für die serviereinlage:

  • Tomatenconcassé von 1-2 grossen büchsen geschälter dosentomaten, oder wenn man sehr gute sommertomaten hat, diese verwenden.
  • Fetter ziegenquark. Gute alternativergebnisse lassen sich mit einer mischung aus creme fraiche, ziegenfrischkäse und evtl. hüttenkäse herstellen
  • Frische basilikumblätter
  • Fruchtiges olivenöl
  • frisch gemahlener madegassischer wildpfeffer

Die suppe bauen: lauch, knoblauchzehen (geschält, im ganzen oder halbiert, nicht gepresst) die kartoffelwürfel und die chili in olivenöl kurz anschwitzen und dann mit wasser angiessen bis auf gewünschte suppenhöhe, i.e. etwas mehr als bedeckt aber nicht zu wässrig. Salzen. 20-40 minuten simmern lassen. Der salzpegel und die schärfe des chilis sind etwas übungsbedürftig, weil die kartoffeln im laufe der zeit salz aufnehmen und die chili durch die beim servieren kommende einlage gemildert werden. Man darf also durchaus mutig sein mit beiden zutaten. Mit gewalt hab ich aber auch schon mal geschafft die schärfe zu übertreiben.

Idealerweise kocht man die suppe einen abend vorher, da sie durchgezogen noch einen tick harmonischer wird. Muss aber nicht zwingen passieren.

Während die suppe simmert, bzw. vor dem geplanten servieren: Tomatenconcassé herstellen. D.h. tomaten pellen und vom inneren glibber komplett befreien und mit einem scharfen messer das fleisch in feine würfelchen schneiden. Ziegenquark (oder alternative mischung) bereitstellen, olivenöl und frisches basilikum bereitstellen.

Dann, vor dem servieren folgendes auf jedem teller frisch auf der oben erklärten produktionsstrasse zusammenbauen: Eine kelle suppe, einen grosszügigen esslöffel tomatenconcassé, einen grosszügigen esslöffel ziegenquark, ein paar gezupfte basilikumblätter, einen grosszügigen schuss olivenöl drüber und optional ein paar drehungen madegassischer wildpfeffer aus der mühle.

Eine aromabombe! Und die erfahrung zeigt, dass jeder esser zwischen seinen kartoffelstücken getarnt wenigsten zwei knoblauchzehen auf dem teller finden will.

Siebecks Sommersuppe

Dazu ein paar kilometer blick entlang der cote d’azur und einen kühlen rosé.

12. Juni 2009

Trüffelbutter II

Gespeichert unter: Basis, Ganzes Essen, Zuppa — kochschlampe @ 8:46
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Aus der restlichen Trüffelbutter musste ich dringend noch weiter Essen gestalten. Den Plan, eine ganz schlichte Kartoffelsuppe mit handgedrehter Brühe herzustellen, habe ich in die Tat umgesetzt. Und ich kann nur sagen, dass ich froh bin, dass ich NIEMANDEM was abgeben musste. Ich habe alles alleine aufgegessen und das mit Wonne. Bei mir ist gerade eine merkwürdige Mischung aus häuslich und nicht wirklich kochen wollen. Einerseits habe ich gar kein Problem damit, mich hinzustellen und eine Brühe von Grundauf selber zu kochen, andererseits streike ich teilweise schon bei dem Gedanken, mir ein Abendessen machen zu sollen. Entsprechend pfusche ich nur was hin und bin hinterher unzufrieden. Das hier war glücklicherweise das Ergebnis eines Tages im Domestic Goddess Modus. Genauer: ich habe zwei Tage darauf verwendet. Den einen Abend habe ich die Brühe hergestellt, den anderen dann die Suppe gekocht. Und in Erinnerung daran, sollte ich mich wieder ein wenig disziplinieren und jeden Tag ordentlich kochen, dann bin ich nach dem Essen auch nicht mehr so unzufrieden. Denn nach dieser Suppe kann man gar nicht unzufrieden sein. Das ist Glück zum Löffeln.

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7. Juni 2009

Schafskälte

Gespeichert unter: Basis, Ganzes Essen, Gemüse, Zuppa — kochschlampe @ 2:02
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Laut Kalender haben wir gerade Sommer. Wenn ich nach draußen gehe, fühlt sich das ganz sicher nicht so an. Entsprechend stand mir der Sinn nach einer wärmenden Suppe oder einem schönen Eintopf. Plan A, Kartoffelsuppe mit handgedrehter Brühe und Trüffelbutter, wurde ein wenig misstrauisch von der Kleinen Prinzessin beäugt. Ihre bisher einzige Erfahrung mit Trüffeln scheint kein voller Erfolg gewesen zu sein. Also habe ich mich Plan B zugewendet: sommerlich angehauchter Gemüseintopf. Wenn es schon draußen keinen Sommer gibt, dann wenigstens ein wenig beim Essen. Auch wenn ich mir wärmeres Wetter wünsche, um mich dem eigentlichen Sommeressen widmen zu können. Ich freue mich darauf, lauter Kleinigkeiten vorzubereiten, die dann eines lauen Abends auf der Terrasse gegessen werden können. So gern ich meine Küche mag, ich will Sommer mit warm. Warm und wärmend war der Eintopf:
kichererbseneintopf

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26. März 2009

Der Versuch, sich Kitsune Udon anzunähern

Gespeichert unter: Basis, Büroquickie, Zuppa — kochschlampe @ 10:12
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Ich habe festgestellt, dass ich gerne japanische Nudelsuppen esse – die Udon-Variante scheint mir derzeit lieber zu sein, als die Ramen. Vielleicht mag ich einfach die Brühe lieber? Das wäre demnächst noch auszutesten. Mit ein wenig Vorbereitung am Abend vorher kann man Udon-Suppen hervorragend als Büromittagessen gestalten. Das heißt, dass ich am Tag vorher die Brühe vorbereite, den Tofu frittiere und koche und die Nudeln vorkoche. Also eigentlich alles fertig mache, bis auf das eigentliche Zusammenwerfen. Zum mitnehmen wird alles in meinen heißgeliebten Klickboxen verpackt:

udonversuch_1

von links nach rechts:

  • ca. 60 g vorgekochte Udon-Nudeln. Die gibt es im Asiengeschäft in eingeschweißten Packungen und brauchen im kochenden Wasser etwa 3 Minuten, bis sie fertig sind. Nach dem Abtropfen habe ich einen Hauch Sesamöl dazugegeben, um die Nudeln am Zusammenkleben zu hindern.
  • 450 ml vegetarisches Dashi – das ist eigentlich nichts anderes als Kombu (1 postkartengroßes Stück für 2-4 Stunden in 1 l Wasser eingeweicht) und versetzt mit
    • 1 EL Sojasauce
    • 1/2 EL Mirin
    • Salz
  • 2-3 Scheiben frittierter Tofu. Den kann man wahlweise fertig frittiert kaufen oder frittiert ihn zu Hause in heißem Öl, bis er auf allen Seiten gold-braun ist. Unabhängig davon, wo er hergekommen ist, sollte das überschüssige Fett abgetupft werden und der Tofu in
    • 230 ml Dashi
    • 1 EL Zucker
    • 1 EL Mirin
    • 2 TL Sojasauce

gekocht werden, bis sich die Flüssigkeit auf die Hälfte reduziert hat. Abtropfen lassen und beiseite legen, bis er gebraucht wird.

  • 2-3 Frühlingszwiebeln

taschenmesser

Die Büromesser tendieren dazu, ziemlich stumpf zu sein. So stumpf, dass es besser ist, wenn ich mein Taschenmesser nehme, um die Frühlingszwiebeln in Ringe zu schneiden. Das wird sauberer. Ich habe mir noch nie ein Taschenmesser selber gekauft – ich habe alle entweder geschenkt bekommen oder gefunden. 3 oder 4 davon sind reguläre schweizer Messer  – sowohl Wenger als auch Victorinox. Irgendwann habe ich angefangen, fast immer ein Messerchen bei mir zu tragen. Es hat sich bewährt.

Und nun das Ergebnis in 70er Jahre Technicolor (meine Handykamera macht’s möglich):

udonversuch1

Dazu Brühe, Nudeln und Tofu gemeinsam in eine Schüssel füllen und in der Mikrowelle erhitzen, aber nicht kochen. Frühlingszwiebelringe darauf verteilen und glücklich sein.

Diese Variante war nicht schlecht, aber ich fürchte, dass die Dashi-Abart buddhistischer Mönche leider nicht ganz die Geschmacksintensität besitzt, die es braucht, um die Suppe zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Ich debattiere noch mit mir, ob ich es mit meinem Vegetariersein vereinbaren kann, dass ich das nächste Mal richtiges Dashi herstelle. Da gehören dann nämlich noch Bonitoflocken mit dazu.

Vegetarier vs. lecker Essen. Vegetarier vs lecker Essen. Vegetarier vs. lecker Essen.

Ich glaube fast, dass Vegetarier verlieren wird.

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