Im Sommer muss man Ratatouille kochen, sonst ist es kein Sommer. Das lohnt sich eigentlich nur, wenn eine größere Portion gekocht wird. Die Frage ist, was macht man mit eventuellen Resten? Ratatouille lässt sich zwar auch sehr gut kalt essen (oder auch aufwärmen), aber irgendwann ist der Punkt erreicht, wo man sie wahlweise weg wirft, einfriert oder verändern muss. Wegwerfen geht bei Lebensmitteln nur sehr schwer. Einfrieren ist bei mir schwierig, weil mein Tiefkühler eigentlich immer voll ist. Also bleibt Verändern.
Vor vielen Jahren habe ich in einem Restaurant am Hackeschen Markt eine mit Ziegenkäse überbackene Ratatouilletarte mit Thymianschmand gegessen. Schon fast genau so viele Jahre ist es her, dass ich die zu einem Weihnachten mit einer Freundin ziemlich genau so nachgebacken habe, wie es sie dort gab. Seitdem war sie meiner Erinnerung weitgehend entschwunden. Bis ich diesen Ratatouillerest in meiner Küche hatte. Und Schafskäse. Und Crème fraîche. Thymian wächst im Garten. Also, frisch ans Werk und eine Tarte gebaut:
11. Juli 2009
Resteverwertung
2. Juli 2009
Sommerzeit = Salatzeit
Wenn es warm ist, kann ich mich tagelang zu den Hauptmahlzeiten von Salat ernähren. Womit ich jetzt auch schon wieder angefangen habe. Die letzten Tage gab es nur Salate. Ein paar sind bilddokumentarisch festgehalten, andere leider nicht. Einer war besonders gut – Grüne Bohnen, Rucola und getrocknete Tomaten – aber leider ohne Bild. Bei Rucola mit frittiertem Tofu und Sesam habe ich glücklicherweise ein Bild gemacht. Der Salat hat ein wenig was von Cross Culture Cooking, es sind deutliche asiatische Obertöne vorhanden.
Die leisen Bedenken, dass ich durch dauernde Salate abnehmen könnte, habe ich durch eher kaloriendichte Zutaten versucht einzudämmen. Es sollte mir auch gelungen sein.

20. Juni 2009
Turkish Cook Salad
Aus mir unbekannten Gründen heißt dieser Salat in meiner Familie ‘Turkish Cook Salad’. Andere kennen ihn wahrscheinlich als griechischen Bauernsalat oder einem ähnlichen Namen. Klassischerweise wird er bei heißem Sommerwetter gemeinsam mit ein wenig Pide als vollständige Mahlzeit betrachtet und kommt sowohl als Abendessen auf dem Balkon als auch als Mittagessen bei einem Ausflug zum Einsatz. Der Salat lässt sich recht gut transportierten, selbst mit Dressing, weil er keinen Blattsalat enthält, der schlapp machen würde. Die Zutaten sind nicht wirklich fix – immer ein wenig davon abhängig, was gerade eingekauft wurde und wer alles da ist. Was immer mit dabei sein muss ist eine ordentliche Menge an glatter Petersilie, ohne geht nicht. Wer sehr deutsch sein will, ich habe auf dem Türkenmarkt gelernt, dass Basilikum ein deutsches Gewürz ist, fügt außerdem noch selbiges dazu. Oder ein wenig Minze, um den frischen Charakter zu stärken.
Um die Sonne und das echte Sommerwetter anzulocken, quasi Cargokult, hier ein reiner Sommersalat:

17. Juni 2009
Sommergemüse – no brainer
Ein richtiges Essen, einfach herzustellen, fast ohne nachdenken: das ist mit diesem Sommergemüse möglich. Ich mag es, wenn mein Essen halbwegs kontrastreiche Farben hat und auch ein wenig bissfest bleibt: beides ist hier gegeben. Und es ist ideal für den Fall, dass man vollkommen überhungert nach Hause kommt, aber dennoch eine vollständige Mahlzeit haben will, wenn ein schnell geschmierter Toast einfach nicht ausreicht.

12. Juni 2009
Trüffelbutter II
Aus der restlichen Trüffelbutter musste ich dringend noch weiter Essen gestalten. Den Plan, eine ganz schlichte Kartoffelsuppe mit handgedrehter Brühe herzustellen, habe ich in die Tat umgesetzt. Und ich kann nur sagen, dass ich froh bin, dass ich NIEMANDEM was abgeben musste. Ich habe alles alleine aufgegessen und das mit Wonne. Bei mir ist gerade eine merkwürdige Mischung aus häuslich und nicht wirklich kochen wollen. Einerseits habe ich gar kein Problem damit, mich hinzustellen und eine Brühe von Grundauf selber zu kochen, andererseits streike ich teilweise schon bei dem Gedanken, mir ein Abendessen machen zu sollen. Entsprechend pfusche ich nur was hin und bin hinterher unzufrieden. Das hier war glücklicherweise das Ergebnis eines Tages im Domestic Goddess Modus. Genauer: ich habe zwei Tage darauf verwendet. Den einen Abend habe ich die Brühe hergestellt, den anderen dann die Suppe gekocht. Und in Erinnerung daran, sollte ich mich wieder ein wenig disziplinieren und jeden Tag ordentlich kochen, dann bin ich nach dem Essen auch nicht mehr so unzufrieden. Denn nach dieser Suppe kann man gar nicht unzufrieden sein. Das ist Glück zum Löffeln.