Archives for category: Ofen

Von meinem letzten Besuch in Ely (zu dem ich immer noch Bilder vom Cream Tea in der Pipeline habe) habe ich gemälztes, Eichen geräuchertes  Mehl mitgebracht. Es stand ein Weilchen unmotiviert in meiner Küche, weil ich ursprünglich dachte, dass ich damit ein Brot backen will und dann immer wieder feststellen musste, dass mein Brotbackbedürfnis eher eingeschränkt ist. Mein Pizzabedürfnis ist da eindeutig höher. Und wenn ich schon dabei bin, dann könnte man doch den Rauchgeschmack noch dadurch verstärken, dass statt normalem Mozzarella Scamorza nimmt…? Man kann. Passt sehr schön. So habe ich mich dann eines Nachmittags hingestellt und eine mittlere Portion Teig hergestellt, ein wenig Tomatensauce und habe quasi die geräucherte Variante einer Margherita gemacht. Geräuchterter Boden, geräucherter Käse und in die Sauce ein wenig Pimenton dazugegeben. Ein wenig hatte ich befürchtet, dass die Rauchnote dann zu überwältigend würde, aber zum Glück hat sich das nur sanft gegenseitig referenziert und mich nicht mit der Keule erschlagen.
Wenn der Boden dünn genug ist, dann lässt sich auch im gewöhnlichen Haushaltsofen eine sehr okaye Pizza herstellen, auch wenn man keinen richtigen Pizzaofen hat. Ein Luxus, den ich bisher nicht in meiner Küche einziehen sehe.

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ENDLICH. Endlich war es in diesem Winter soweit: eine Periode klaren Frostes ohne störendenden Schnee. Die Seen sind alle spiegelglatt zugefroren und selbst der Landwehrkanal machte anstalten zuzufrieren. In Erwartung dieses freudigen Ereignisses habe ich verschiedene Menschen angerufen, ob sie nicht am kommenden Wochenende mit mir eislaufen gehen wollten. Und was passiert? So ziemlich nichts. Entweder sind sie schon verabredet, an dem Wochenende nicht in Berlin oder haben keine Schlittschuhe. Keine Schlittschuhe zu haben ist keine akzeptable Entschuldigung. Die gibt’s schließlich im Laden und Eislaufen ist eines der schöneren Wintervergnügen, insbesondere wenn es in Berlin doch alle paar Winter soweit ist, dass die nicht nur auf der Eisbahn sondern sogar in freier Natur sinnvoll eingesetzt werden können. ATB hat dann Interesse signalisiert. Ich war schon so auf dem EISLAUFEN-Trip, dass ich in Erwartung des freudigen Ereignisses einen Kuchen gebacken und extra Milch gekauft habe, um Kakao mitnehmen zu können.
Leider war es ATB dann doch zu kalt und ich bin trotzig alleine zum See gegangen, mit Kuchen, Tee und Schlittschuhen im Gepäck. Tee und Schlittschuhe waren für mich direkt am See und der Kuchen… der wurde dann mit zu Little Sister genommen, bei der es dann einen spontanten Sonntagskaffee gab.
Eislaufen war übrigens großartig. Vom Seecafé wehten leise Walzerklänge rüber, es hat malerisch geschneit und gute Menschen haben das Eis vom Schnee befreit, so dass man in Ruhe laufen konnte. Natürlich war es kalt. Weil ich aber entsprechend angezogen war, bin ich nicht eingefroren sondern habe es einfach genossen, mal wieder auf Natureis laufen zu können.

Und weil es ein Sonntagskuchen war, darf er bei der Initative Sonntagssüß mitspielen.

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Eine kleine Herausforderung war es ja schon. Das erste Weihnachten ohne die Familie. Aber was tun? ATB und Onkel Mattel weilten in Myanmar, Little Sister mit Familie am Bodensee und da habe ich schon frühzeitig den GröFaZ um weihnachtliches Asyl gebeten und es auch gewährt bekommen. Fremde Traditionen – was essen die an Weihnachten? Ist das festgelegt? Wer kocht denn da? Kann ich mir was aussuchen? Gibt es in der Stadt auch alles, was ich für normal oder unabdingbar für die ausgewählten Rezepte halte?
Ging dann alles. Da niemand Einwände hatte, habe ich mir einfach Rezepte ausgesucht und das meiste ließ sich auch lokal besorgen – bis auf die Kaffirlimettenblätter (Rezept dazu folgt irgendwann die Tage), aber eine Sache lässt sich ja locker mitnehmen. Hier der einfache Teil: eine Wiederholung eines Rezeptes, bei dem ich sicher sein konnte, dass es auch wirklich funktioniert. Rosenkohlgratin mit Rosmarin.

Blanchierter Rosenkohl, fein in einer Schicht in der Form. Schon mit Guss und Nüsschen.

Sorgfältig den restlichen Käse rüberstreuen. Wie man sieht war es trotz eigentlich großer Küche dann doch irgendwann auf allen Arbeitsflächen voll.

Fertiges Gratin mit einem fiesen Rotstich, den ich nicht rausbekomme. Das habe ich davon, dass ich auf dem fertig dekorierten Tisch ohne Blitz und aus der Hand fotografiere…

…. und der Rosenkohl in seinem natürlichen Habitat: auf dem Teller mit den anderen netten Dingen.

Rosenkohlgratin mit Rosmarin

Für 4 Personen

750g Rosenkohl
2 kleine Zwiebeln
6 Zweige Rosmarin
50g Walnüsse
150ml Sahne
125g Parmesan
Salz, Pfeffer

Rosenkohl putzen, halbieren und 5 Minuten in Salzwasser blanchieren. Das Kochwasser aufheben, zumindest 200ml davon.
Den Backofen auf 200° vorheizen. Zwiebel und Rosmarin hacken, Walnüsse in Stücke brechen. Die Drei dann in Olivenöl ca. 2-3 Minuten anbraten und mit dem Rosenkohlsud ablöschen, ein paar Minuten einkochen lassen. Sahne und 100g Käse dazu – der Käse soll schmelzen. Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Rosenkohl in einer feuerfesten Form mit der Sauce übergießen, restlichen Käse rauf und ca. 20-25 Minuten backen.

Neulich – es war noch vor Weihnachten – bin ich bei Natas Blog vorbeigestolpert und habe gesehen, dass es einen Braun-Stabmixer zu gewinnen gab. Nun brauchte ich keinen neuen Stabmixer, da ich mich etwa ein Jahr zuvor für einen originalen Zauberstab entschieden habe, aber die Kleine Prinzessin, der war vor nicht allzu langer Zeit der Stabmixer über den Jordan gegangen. Nachdem ich gesehen hatte, dass nichts weiter schwieriges zu tun war, als ein Haselnusskeksrezept einzureichen, bin ich rasch an das Martha Stewart Keksbackbuch gegangen und habe das Orangen-Haselnuss-Shortbread rausgesucht. Es stand eh auf der Backliste – expliziter Wunsch des GröFaZ – und konnte gleich dabei noch ein gutes Werk tun. Zu meiner Überraschung habe ich dann gewonnen. Das passiert mir eher selten, dass ich auf Bestellung gewinne. Das letzte Mal, als das passiert ist, hatte ich ein Jahr lang die deutsche National Geographic im Hause. Und davor eine Discman (also in grauer Vorzeit).
Ganz voller Voreingenommenheit kann ich sagen: dieses Keksrezept mag per Los gewählt worden sein, aber es hat verdient gewonnen. Ganz eindeutig. Es ist eines der schönsten Keksrezepte da draußen und wird in das Ganzjahreskeksrepertoire aufgenommen und muss nicht erst auf die Weihnachtszeit warten, bis es wieder in die Küche mit darf.
Was mich hingegen überrascht hat, war dass die Kleine Prinzessin sich deutlich mehr über ihr eigentliches Weihnachtsgeschenk (Lidschatten in allen Nude-Tönen) gefreut hat als über das neue Küchengerät. Bei mir wäre das keine Frage. Lidschatten, den ich eh nicht so recht aufzutragen weiß oder ein Küchengerät, dass regelmäßig und gern eingesetzt werden wird… Küchengerät. Bei ihr isses eher ein ‘Oh wie nett, ein Stabmixer!’ vs ‘OHMEINGOTTDIENAKEDPALETTEVONURBANDECAY!!’ (bevor sie mir davon in die Ohren geschwärmt hat, wusste ich nicht einmal, dass es eine Firma namens Urban Decay gibt und dass die Schminke machen). Was ich weiß: das hier sind großartige Kekse.

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Sooo. Wie eigentlich immer, wenn ich mich mit Anikó treffe, hatte ich hinterher ein neues Buch für meine Küchensammlung. Es wurde das Backbuch, das zu diesesm Start-Up gehört: Der Gugl. Da sich ausgesprochen nicht zwischen Google und Gugl unterscheiden lässt und ich das Wort Kuchenpraline ausgenommen blöd finde, bin ich dazu übergegangen, sie nach Betty Bossi ‘Mini-Höpfli’ zu nennen. Das klingt niedlich, wie überhaupt Schweizerdeutsch gern niedlich klingt, wenn ich es denn verstehe. Einerseits sahen die Dinger nach der perfekten Größe aus, wenn ich des Nachmittags im Büro das Verlangen nach einem kleinen Kuchenteil habe, andererseits ist der GröFaZ nicht der geborene Kuchenesser, findet aber so ein kleines süßes Teil mal zum Espresso gar nicht falsch. Und die hier haben genau die richtige Größe dafür. Die sind winzig. Wirklich winzig. Und sie haben eine Backzeit, die Keksen Konkurrenz macht, mit ihren Knapp über 10 Minuten. Achtung: hier ist die Backzeit genauso kritisch wie bei Keksen: zu lange und die Dinger werden unangenehm trocken, zu kurz und sie sind noch klitsch. Ich habe die erste Runde der kleinen Lieblinge von mehreren Testessern begutachten lassen. Einheitliches Feedback: wunderbar lecker, schöne Häppchengröße, nur den Ingwer, den schmecke man nicht. Ach ja, ich hatte mich für den Erstversuch für die Variante in Schoko-Ingwer-Orange entschieden. Schokolade und Orange sind beide schön da, aber der Ingwer bleibt irgendwo schüchtern versteckt.
Grundsätzlich: bei diesen kleinen Dingern hilft es sehr, wenn man eine grammgenaue Waage hat, eine Form von Handmixer/Küchendings, eine Microplanezestenreibe und einen ordentlichen Spritzbeutel. Das ist eher was für die Bastler, die gern genau arbeiten und im Chemielabor Stunden des Glücks mit einem ordentlichen Versuchsaufbau verbringen. Mit ein wenig Übung geht sicher auch alles aus dem Handgelenk, aber ich würde davon abraten, dass die ersten Male im Blindflug ‘ach, das passt schon’ zu versuchen.

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