Jedenfalls, unter Brötchens. Für normale Menschen ist das immer noch langwierig und mit Planung und nachdenken. Oder ich bin einfach zu schnellebig. Das kann natürlich auch immer sein. Jedenfalls war es ein Sonntag im Januar (ich bin recht stark mit den Postings hinterher). Ich war aufgestanden, gefrühstückt und hatte am Abend vorher noch Mandelmus gemacht (Rezept folgt. Irgendwann sicher). Nur… ich wollte doch auch gern ein wenig von dem Mandelmus essen. Brot: alle. Toast: alle. Bäcker: eh, jetzt 10 Minuten Berg hoch und runterlaufen? Bin ich zu faul zu. Ich bin selektiv faul. Denn um selber Brötchen zu backen, das widerum war gar kein Problem. Also frisch ans Internet, irgendwo hatte ich doch was von Sauerrahmwecken gelesen. Sauerrahm habe ich zwar eigentlich nie im Hause, aber Crème fraîche ist fast doch fast das gleiche. So oder so ähnlich ging meine Logik. Und ja, da steht zwar was von langsamer Gare im Kühlschrank über Nacht, aber sooo wichtig ist das doch sicher auch nicht. Bei Hefeteig für Kuchen geht auch beides! Brot/Brötchenbacken und ich sehen da nicht so ganz Aug in Auge. Ich fürchte, ich bin da einfach nicht geduldig und präzise genug für. Doch, wie soll ich sagen? Es wurden gar schöne und güldene Sonntagsbrötchen. Geschmacklich und von der Konsistenz mehr als auf halbem Wege zwischen einem Milchbrötchen und einer ordentlichen Schrippe. Trotz Abkürzungen und Abwandlungen. Ich war nur unsicher, weil keine Backzeit genannt wurde und habe mich dann willkürlich für 20 Minuten entschieden zum Nachschauen. Nach 25 Minuten habe ich sie dann für fertig erklärt. Mit 1-2 Minuten weniger wären sie sicher auch gut geworden. Ach ja. Die falsche Mehlsorte hatte ich auch noch.

Sauerrahmwecken I Kochen für Schlampen

Sauerrahmwecken mit Crème fraîche

6 Brötchen

Zutaten Water Roux:
75 g Milch
15 g Kuchen- und Guetzlimehl (Weizen-Dinkel-Mischung)
Zutaten Hauptteig:
300 g Kuchen- und Guetzlimehl (Weizen-Dinkel-Mischung)
200 g Crème fraîche
5 g Hefe (ich hab mal auf Trockenhefe getippt)
5 g Salz
20 g Zucker
1 Eigelb

Für den Water Roux Milch mit Mehl klümpchenfrei verrühren und erhitzen bis eine Puddingähnliche Masse entsteht. Abgedeckt abkühlen lassen. Bei mir halt solange, bis ich die anderen Zutaten zusammengesucht und abgewogen habe.

Für den endgültige Teig alle Zutaten sowie den Water Roux erst mit einem Holzlöffel und dann mit dem Händen zu einem glatten, geschmeidigen Teig verarbeiten. Das dauert so 10 Minuten. Den Teig in eine saubere, geölte Schüssel geben und zugedeckt für etwa eine Stunde an einem warmen, zugfreien Ort stehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat. Den Ofen auf 200° (keine Umluft) vorheizen. Teig in Stücken zu 100 g abwiegen und rund schleifen. Auch eine interessante Formulierung. Was bedeutet das genau? Ich hab einfach meine Teigstücken genommen und mit einer schleifenden Bewegung über das Holzbrett gezogen, bis die Riefen sich verabschiedet haben. Auf das Backblech legen und zugedeckt weitere 15 Minuten ruhen lassen.
Mit einer scharfen Klinge einschneiden, ggf. mit Wasser oder Milch betreichen und mit wenig Dampf im Ofen backen. Wenig Dampf… eh, was ist dafür das Mass? Was ist wenig? Was ist viel? Ich hab einfach mal so 100 ml Wasser auf den Ofenboden gegeben, in der Hoffnung, dass das das Richtige ist.

Nach 20 Minuten habe ich nach den Brötchen geschaut, eines herausgeholt und auf den Boden mit meinem Fingerknöchel geklopft. Klang mir noch nicht hohl genug, also haben sie noch weitere 5 Minuten bekommen.

 

Jetzt nur noch abkühlen lassen und schon sind die Sonntagsbrötchen fertig!

Und alles nur, weil ich zu faul war bis zum Bäcker zu laufen.