Archive für den Monat: August, 2007

Es gibt Kochbücher, die habe ich nicht oder fast nicht genutzt bisher, einfach weil mir die Umrechenarie bei den Angaben in Cups zu stressig war. Aber der GröFaZ denkt bei sowas mit:

Cup Measure

Mitjebracht von seinem letzten Ausflug nach San Francisco – vielen Dank an dieser Stelle nocheinmal!

Vielleicht spiele ich ja dann diesen Monat doch noch mit bei Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen

Hier hat jemand eine hübsche Zusammenstellung gemacht, was die einzelnen Kaffees mit Milch den nun wirklich unterscheidet. Meiner Meinung nach fehlt in den Bildern allerdings der allgegenwärtige Latte Macchiato.

Oh – und die Ausspracheregeln kräuseln mir die Fußnägel hoch.

Wie gesagt, wir haben viele Pflaumen dieses Jahr (eigentlich sind es Zwetschgen, aber egal…). Die wollten verarbeitet werden, und der Marmeladeschrank platzt schon aus allen Nähten.

Für ca. 3 Gläser:

  • 1 kg Pflaumen oder Zwetschgen (nach dem Entsteinen!)
  • 2 Äpfel, geschält und kleingeschnitten
  • 5 rote Zwiebeln
  • 2 große Knoblauchzehen, gepresst
  • 1 Stück Ingwer, gerieben
  • Chili oder Sambal nach Geschmack
  • 150 g Zucker (braun, aber weiß geht auch)
  • ca. 200 ml weißer Balsamico-Essig
  • Gewürze: Zimt & gemörserter schwarzer Pfeffer auf jeden Fall, außerdem nach Wahl Nelken, Wacholderbeeren oder Ähnliches
  • Salz

Alles außer dem Salz in einen Topf geben. Aufkochen und dann ohne Deckel bei kleiner Flamme köcheln lassen, ca. 1,5 bis 2 Stunden, bis es die gewünschte Konsistenz hat. Kurz vor Schluss salzen. In sterilisierte Gläser füllen. Am besten noch einige Wochen reifen lassen. Schmeckt gut zu Rührei, auf Käsebrot, zu indischem Essen.

chutney.jpg

Ich weiß nicht, was das ist mit dem Marmeladekochen. Wenn es im Garten Obst gibt, dann muss etwas geschehen, ich gebe ungern Obst ab. Dabei haben wir noch Marmelade aus dem vorletzten Jahr, weil wir gar nicht so viel essen, und verschenken klappt auch nicht immer. Entweder ist es ein archaischer Drang, vor dem Winter Vorräte zu schaffen. Oder es ist eine komische, vom 19. Jahrhundert gespeiste Bullerbü-Nostalgie, man weiß es nicht. Jedenfalls, wir hatten noch Pflaumen übrig.

Als ich nach Rezepten für Pflaumenmus suchte, habe ich mich zunächst über die Backofentechnik gewundert. Tatsächlich gibt es einen guten Grund, das Pflaumenmus nicht auf dem Herd zu machen: man muss nicht ständig dabeisein und rühren. Und es spritzt nicht.

Für ca. 5 Gläser:

  • 1,5 kg Pflaumen oder Zwetschgen
  • 400 g (braun oder weiß)
  • Zimt, Nelken, Zitronenschale, Ingwer

Die Pflaumen entsteinen, vierteln und im Mixer pürieren. In die Fettpfanne oder zwei flache Auflaufformen füllen. Falls einen die Schalen nicht stören, das Pürieren weglassen. Pflaumen mit dem Zucker verrühren. Wir haben eine Ladung mit Zitronenschale, Zimt und Ingwer gewürzt, die andere mit Zimt und Nelken. Das kann man halten wie ein Dachdecker, aber Zimt gehört rein!

Das Ganze in den Ofen schieben und bei 150°C laaaange backen.

pflaumenmus_ofen.jpg

Dabei einen Löffel in die Ofentür klemmen, damit die Feuchtigkeit abziehen kann. Von Zeit zu Zeit umrühren, wenn sich eine Haut gebildet hat. Ziel ist ein dickflüssiges, dunkles Mus, in dem ein Löffelstiel eine Furche hinterlässt. Nach drei Stunden war es gestern Abend noch nicht zufriedenstellend. Wir haben den Ofen einfach ausgemacht und die Formen bis heute abend stehen lassen, dann noch einmal ungefähr eine Stunde draufgegeben. In sterilisierte Gläser füllen. Deckel drauf und für 5 Minuten umdrehen. Wieder umdrehen. Abkühlen lassen. Das Ergebnis ist mittelsüß, bei nicht sehr reifem Ausgangsobst. Man kann auch nach längerer Backzeit noch Zucker hinzufügen, wenn man es lieber süßer mag. Herrliches Zeug!

pflaumenmus.jpg

Wir haben einen Pflaumenbaum im Mietgarten. Bis jetzt hat er sich nicht besonders hervorgetan, aber dieses Jahr hängt er voll. Dies ist das erste Pflaumenverwertungsrezept.

1. Marinierte Entenbrust

  • Pro Person 1 Qualitätsentenbrust

Marinade aus:

  • Dessertwein (in diesem Fall Vino Santo, es geht aber auch Portwein)
  • Balsamico
  • Sojasauce
  • Gewürzen (hier: gemahlene Nelke, Sezchuan-Pfeffer, Wacholder)

Die Entenbrüste mit der Haut mindestens eine Stunde marinieren. Dann trockentupfen, von beiden Seiten anbraten. In Alufolie wickeln und im Ofen z.B. 1,5h bei 80°C garziehen lassen. Oder ca. 20 min bei 180°C.

2. Pflaumensauce

  • 500 g entsteinte Pflaumen, geviertelt
  • 1 – 2 Äpfel
  • 2 – 3 Zwiebeln
  • 1 gr. Knoblauchzehe, zerdrückt
  • 1 kl. Zimtstange
  • 1 Stück Ingwer, gerieben
  • 100 ml Essig, z.B. Balsamico oder Rotwein
  • Chili oder Sambal
  • reichlich brauner Zucker
  • Salz

Alles außer dem Salz zum Kochen bringen und mindestens eine Stunde köcheln lassen, dabei immer wieder gut rühren. Leider habe ich den Zucker nicht gewogen, aber man kann mit 5 EL anfangen und dann noch nachwürzen, das Gleiche gilt für den Essig. Am Schluss pürieren und salzen. Ich habe auch noch die Entenmarinade reingekippt. Weitere mögliche Gewürze demnach: Wacholder, Nelke.

3. Sesamnudeln:

  • 250 Reisbandnudeln
  • 2 gehäufte EL Sesam
  • Frühlingszwiebenln, fein geschnitten
  • 2 Möhren, gerieben
  • 100 g Tiefkühlerbsen
  • Sojasauce
  • Sambal
  • viel gehackter Koriander

Den Sesam ohne Fett in der Pfanne rösten, bis er etwas dunkler geworden ist. Im Mörser zerstoßen. Den Sesam mit reichlich Öl in der Pfanne erhitzen, dann mit Sojasauce ablöschen und die Möhren und TK-Erbsen kurz mit anschmoren. Koriander und Sambal dazu.

Die Nudeln nach Vorschrift kochen und mit der Sesammasse vermischen. Mit Sojasauce abschmecken. Alles zusammen anrichten. Viel Lob einheimsen.

ente.jpg

Kleiner Nachtrag: Das Rezept ergibt ziemlich viel Pflaumensauce. Ich habe sie in ein heiß ausgespültes Glas abgefüllt. Schmeckt gut zu Gegrilltem oder zu Kartoffelpuffern.

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 228 Followern an