Kochen für Schlampen – Hamburg, Berlin, Zürich

26. März 2009

Der Versuch, sich Kitsune Udon anzunähern

Einsortiert unter: Basis,Büroquickie,Zuppa — kochschlampe @ 10:12
Tags: Dashi, japanisch, kochen, Nudelsuppe, Udon

Ich habe festgestellt, dass ich gerne japanische Nudelsuppen esse – die Udon-Variante scheint mir derzeit lieber zu sein, als die Ramen. Vielleicht mag ich einfach die Brühe lieber? Das wäre demnächst noch auszutesten. Mit ein wenig Vorbereitung am Abend vorher kann man Udon-Suppen hervorragend als Büromittagessen gestalten. Das heißt, dass ich am Tag vorher die Brühe vorbereite, den Tofu frittiere und koche und die Nudeln vorkoche. Also eigentlich alles fertig mache, bis auf das eigentliche Zusammenwerfen. Zum mitnehmen wird alles in meinen heißgeliebten Klickboxen verpackt:

udonversuch_1

von links nach rechts:

  • ca. 60 g vorgekochte Udon-Nudeln. Die gibt es im Asiengeschäft in eingeschweißten Packungen und brauchen im kochenden Wasser etwa 3 Minuten, bis sie fertig sind. Nach dem Abtropfen habe ich einen Hauch Sesamöl dazugegeben, um die Nudeln am Zusammenkleben zu hindern.
  • 450 ml vegetarisches Dashi – das ist eigentlich nichts anderes als Kombu (1 postkartengroßes Stück für 2-4 Stunden in 1 l Wasser eingeweicht) und versetzt mit
    • 1 EL Sojasauce
    • 1/2 EL Mirin
    • Salz
  • 2-3 Scheiben frittierter Tofu. Den kann man wahlweise fertig frittiert kaufen oder frittiert ihn zu Hause in heißem Öl, bis er auf allen Seiten gold-braun ist. Unabhängig davon, wo er hergekommen ist, sollte das überschüssige Fett abgetupft werden und der Tofu in
    • 230 ml Dashi
    • 1 EL Zucker
    • 1 EL Mirin
    • 2 TL Sojasauce

gekocht werden, bis sich die Flüssigkeit auf die Hälfte reduziert hat. Abtropfen lassen und beiseite legen, bis er gebraucht wird.

  • 2-3 Frühlingszwiebeln

taschenmesser

Die Büromesser tendieren dazu, ziemlich stumpf zu sein. So stumpf, dass es besser ist, wenn ich mein Taschenmesser nehme, um die Frühlingszwiebeln in Ringe zu schneiden. Das wird sauberer. Ich habe mir noch nie ein Taschenmesser selber gekauft – ich habe alle entweder geschenkt bekommen oder gefunden. 3 oder 4 davon sind reguläre schweizer Messer  – sowohl Wenger als auch Victorinox. Irgendwann habe ich angefangen, fast immer ein Messerchen bei mir zu tragen. Es hat sich bewährt.

Und nun das Ergebnis in 70er Jahre Technicolor (meine Handykamera macht’s möglich):

udonversuch1

Dazu Brühe, Nudeln und Tofu gemeinsam in eine Schüssel füllen und in der Mikrowelle erhitzen, aber nicht kochen. Frühlingszwiebelringe darauf verteilen und glücklich sein.

Diese Variante war nicht schlecht, aber ich fürchte, dass die Dashi-Abart buddhistischer Mönche leider nicht ganz die Geschmacksintensität besitzt, die es braucht, um die Suppe zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Ich debattiere noch mit mir, ob ich es mit meinem Vegetariersein vereinbaren kann, dass ich das nächste Mal richtiges Dashi herstelle. Da gehören dann nämlich noch Bonitoflocken mit dazu.

Vegetarier vs. lecker Essen. Vegetarier vs lecker Essen. Vegetarier vs. lecker Essen.

Ich glaube fast, dass Vegetarier verlieren wird.

9 Kommentare »

  1. Das ist auch gut so.

    Kommentar von der Nerd am Herd — 26. März 2009 @ 10:24 | Antworten

  2. Als wirklich scharfes und sehr schlichtes dabeihabemesser empfehle ich ja das bewährte Opinel in der lieblingsgrösse. Gibts beim Holzapfel.

    Kommentar von groefaz de la cuisine — 26. März 2009 @ 22:39 | Antworten

  3. Mit dem Opinel liebäugele ich schon seit einer Weile, aber diverse Hinweise bei Freunden haben leider bisher nicht in einem Geburtstagsgeschenk oder so gemündet… vielleicht muss ich doch mal selber ein Taschenmesser kaufen.

    :-)

    Kommentar von kochschlampe — 26. März 2009 @ 22:58 | Antworten

  4. mit Schweizer Taschenmessern lässt sich schneiden ? Das muss ich mal ausprobieren :-)

    Kommentar von lamiacucina — 27. März 2009 @ 08:16 | Antworten

  5. Messergeschenke sind umstritten und zumeist mit einem symbolischen Tausch zu verbinden.

    Kommentar von Schnick Schnack Schnuck — 27. März 2009 @ 09:26 | Antworten

  6. Das stimmt, Messer verschenkt man eigentlich nicht, „die zerschneiden die Freundschaft“ und das Opinel ist irgendwie ein richtiges Messer. Es ist aber so günstig, dass man es sich auch nebenbei selber kaufen kann. Wir haben es als günstiges scharfes Messer im Gartenhaus.
    Aber Dashi-Brühe ohne Fisch ist wie dings ohne Frauen. Kein Wunder, dass Mönche das erfunden haben…

    Kommentar von zitronencurry — 27. März 2009 @ 10:29 | Antworten

  7. @ lamiacucina: wenn die Wahl zwischen IKEA-stumpfen Plastikmessern und Schweizer Taschenmesser besteht: das Taschenmesser gewinnt deutlich beim Schneidkomfort.

    @ Schnick Schnack Schnuck: stimmt, es gab auch meist einen symbolischen Münztausche. Sogar als ich meine erste Küchenschere bekommen habe, hat der statt gefunden.

    @ zitronencurry: Ich weiß, dass ich das Opinel theoretisch einfach so nebenher kaufen könnte. Nur würde ich dazu zu Holzapfel gehen und ganz viele andere Dinge entdecken, die ich auch gerade noch ganz dringend brauche. Dann ist der Einkauf schnell eher weniger günstig.

    Kommentar von kochschlampe — 27. März 2009 @ 13:17 | Antworten

  8. jamei, das letzte erledigst du doch mit deiner eisernen selbstdistziplin. Müde ausrede.

    Kommentar von groefaz de la cuisine — 28. März 2009 @ 14:02 | Antworten

  9. Mir wurde bereits mehrfach mangelnde Selbstdisziplin bescheinigt.
    Excuse, I has one.

    Kommentar von kochschlampe — 29. März 2009 @ 13:33 | Antworten


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