Archives for category: Beschaffung

Mitbewohnerette 2.4 hat einige Zeit in Schottland verbracht und dort Irn-Bru kennen- und schätzengelernt. Leider ist die Brause aber in Deutschland so nicht erhältlich, obwohl es als 1a Mittel gegen Kater gilt. In einem Anfall von Nostalgie hat er nun mehrere Dutzen Irn-Bru-Dosen in normal und in diät bestellt. Selbstverständlich kamen die Pakete an, als keiner von uns beiden da war, so dass mal wieder die Nachbarin ein Paket in Empfang nehmen musste. Manchmal denke ich, dass sie eine Art zweites Postamt oder zumindest eine Paketannahmestelle ist, da sie eigentlich immer meinen Kram annimmt und zuvorkommenderweise am Abend dann bei mir klingelt um meine Beute zu überreichen. Das wollte sie theoretisch auch dieses Mal tun, wollte sich dann aber doch lieber keinen Bruch heben und hat Mitbewohnerette 2.4 seine stolze Beute selber abholen lassen.
Ich bekam eine Dose als Testangebot. Irn-Bru ist giftig-orange, höchst chemisch im Geschmack und großartig. Ich hatte mich gegen die Diätvariante entschieden und trotzdem ist die Brause nicht klebrig-süß. Ein wirklich großer Limonadenfreund werde ich in diesem Leben nicht mehr werden, aber wenn sie so …. charmant wie Irn-Bru daherkommt, trinke ich gern mal ein wenig davon.

irn-bru

Letzte Woche war ich ganz kurz in München. Das einzige touristische, für das ich Zeit hatte, war ein ausführliches Schlendern über den Viktualienmarkt. Ich mag den Markt, es war mir natürlich zu voll, aber das muss ich um die Mittagszeit während des Oktoberfests bei strahlendem Sonnenschein wahrscheinlich erwarten. Ich hätte gern noch viel mehr eingekauft, aber leider hatte ich in meinem Täschle nicht mehr sehr viel Platz und das Flugzeug wartete schon zumindest gedanklich am Horizont. Etwas wollte ich aber mitnehmen und hatte einen Stand mit Brezeln gesehen, die sehr gut aussahen: Karnoll’s Kaffeestandl. Die Brezeln waren auch großartig: außen schön kross, innen weich und ein Gedicht. Die Brezeln wurden stückchenweise mit Butter bestrichen und ganz entspannt des Abends auf der Terrasse als Abendbrot verzehrt. Brezeln, das kann der Bayer. Aber richtig.

muenchner-brezeln

Ich will nur der Vollständigkeit halber erwähnen, dass ich nicht vergessen habe wie man in echt kocht. Es ist nur so, dass ich in der letzten Zeit nicht so wahnsinnig viel Gelegenheit dazu hatte, weil die heimatliche Küche nicht immer in Griffweite war. Es gibt aber schon wieder einige Bilder, die darauf warten, verbloggt zu werden (und es ist nur sehr wenig Rezepteraten dabei).

Ankunft im Nirgendwo

Ankunft im Nirgendwo

Das ist der Bahnhof in Marquardt. Wirklich. Das einzige, was nicht drauf ist ist einerseits die Brücke über die Gleise und die Schutzhütte, wenn man bei Ekelwetter auf den Zug warten muss. Ansonsten… Pampa. Was man hier nicht erkennen kann ist, dass ein Großteil des Grüns im Hintergrund schon Obstbäume sind. Die sind auch der Grund, weswegen die Kleine Prinzessin und ich an einem Bahnhof, der kaum als solcher zu erkennen ist, ausgestiegen sind. Wir hatten eine Hamsterfahrt geplant. Meine Großmutter hat gen Ende des zweiten Weltkrieges Hamsterfahrten nach Brandenburg gemacht – aber während es bei ihr bittere Notwendigkeit war, ist es für uns beide einfach Spaß an der Freude. Wir wollten (und haben) Obst gepflückt, Äpfel und Pflaumen. Netterweise gab es gleich noch einen Hofladen mit Produkten aus der Region, wo wir uns auch gleich noch hätten totkaufen können, uns aber ganz erwachsen auf Sachen beschränkt haben, die wir entweder brauchten oder zumindest mit hoher Sicherheit sinnvoll verbrauchen können.
Das Obstgut ist wunderbar – das einzige, was ihnen wirklich sehr fehlt, ist ein Lageplan. Die Plantage (falls das das richtige Wort ist) ist nicht besonders klein und es würde helfen, wenn man nicht über das halbe Gelände irren muss, bis man die Sorten erreicht, die einen interessieren. Wir haben uns als erstes für Pflaumen entschieden.

Pflaume im Gegenlicht

Pflaume im Gegenlicht

Die Pflaumen hingen dicht an dicht an den Ästen, vollreif, süß und saftig. Es war einfach wunderbar. Ich habe gegessen und gegessen – schließlich mussten wir den besten Pflaumenbaum finden. Eigentlich dachten wir, dass wir einen Baum abernten würden… aber dann hätten wir ganz sicher nicht auch noch Äpfel nach Hause tragen können.

Das reife Glück

Das reife Glück

Nach einiger Zeit des Erntens und Essens brauchten wir dringend eine Pause und ich vor allem sehr dringend eine meiner mitgebrachten Stullen mit Ziegenkäse und Tapanade: mir wurde langsam ein wenig schlecht von dem ganzen vollreif-süßen Obst. Abgesehen davon war es einer der schönsten Spätsommertage: sonnig und warm. Und wir waren vollkommen allein in dem Teil des Obstgartens und hatten eine idyllische Ruhe. Großartig.

Die wohlverdiente Pause

Die wohlverdiente Pause

Überhaupt: es gab zwar den einen oder anderen, der auch noch Obst gesammelt hat, aber ich hätte wirklich gedacht, dass es voller werden würde. Meist waren es mittelalte Paare, die mit ihrem Kombi durch den Obstgarten gefahren sind und alles gleich in die Kisten im Kofferraum gesammelt haben. Sehr viele pflücken dort ihren Jahresvorrat an Äpfeln. Anscheinend lassen die sich sehr gut lagern: einer der Herren meinte, dass er aus der Vorjahresernte die letzten Äpfel im Juni gegessen hat und dass sie dann erst angefangen haben, oll zu werden.
Anwesende Familien, es gab ein paar, waren leicht an den Autos zu erkennen, in denen Kinder laut Musik hörten und ihre Köpfe über tragbare elektronische Spielgeräte beugten. Es war mir ein Rätsel, warum Eltern ihre Kinder da nicht aus dem Auto kippen und zum Mithelfen verurteilen… Obstessende, herumrennende Kinder gab es fast gar nicht. Sehr merkwürdig.

Apfelbäume, soweit das Auge reicht

Apfelbäume, soweit das Auge reicht

Und das ist der Part, wo ich wirklich gern einen Plan gehabt hätte. Ich wollte Backäpfel und auf einem Schild standen die angebauten Sorten, u.a. Boskoop. Nur gesehen habe ich die nicht. Zu sehen bekam ich Idared, Gloucester, Golden Delicious, Gala Delicious ohne Ende, aber keine Boskoop. Es gab nur den vagen Hinweis: die sind da hinten, in Richtung des Hügels.
Aha. Finde ich ja dann sofort. Ist ja zum Glück alles klein und übersichtlich.

Andere waren schon fleißiger...

Andere waren schon fleißiger...

Wie man sieht, waren die Professionellen schon fleißiger als wir und haben ordentlich Äpfel für Markt und Saftgewinnung gepflückt. Und nach vielem Suchen ist es uns gelungen, auch die Boskoop zu finden. Natürlich ganz hinten, in der vom Eingang entferntesten Ecke. Und auch als die Reihen gefunden waren…. die gesamten vorderen Bäume: alle leer. Nicht ein Apfel mehr in Sicht. Aber ganz, ganz hinten, da gab es dann noch Bäume MIT Boskoop. Glücklicherweise. Schließlich wollten wir dringend noch einmal einen Apfelstrudel backen.

Die eigene Beute

Die eigene Beute

Wir sind dann erschöpft, aber glücklich in Richtung Waage gelaufen. Wir hatten etwa 7 Kilo Pflaumen und 18 Kilo Äpfel gepflückt. Verteilt auf 2 Personen: unsere Rucksäcke waren prall gefüllt. Aber es blieb noch Platz für Kleinigkeiten aus dem Hofladen: Brot vom Krongut Bornstedt, Rotweinkäse einer kleinen Bauernkäserei und für die Kleine Prinzessin Schlehenwein, bei dem sie vom Verkäufer leicht zweifelnd angeschaut wurde. Mal sehen, ob der schmeckt. Alles andere ist auf jeden Fall großartig. Das Obst… und alles.

Ein wunderbarer Tag.

Dieses Wochenende bin ich endlich mal wieder dazu gekommen, in Ruhe auf dem Markt einzukaufen. Die vorherigen Wochenenden waren alle tagsüber auf oder am Wasser verbracht und unter der Woche blieb nur die Zeit für einen hastigen Einkauf auf einem der Märkte, die bis 18 Uhr geöffnet haben. Dann, wenn alle anderen auch Zeit haben und entsprechend voll ist es. Das ist kein gemütliches Schlendern, das ist ein einziges Geschiebe und Gedrängle verschlimmert durch Kinderwägen und Kartoffelmercedesse. Und das eine oder andere Fahrrad, das einen anscheinend wahnsinnigen Besitzer hat, wird auch noch mit ins Spiel gebracht. Fahrräder auf überfüllten Märkten sind mir ein vollkommenes Rätsel – warum nimmt man die mit? Können die nicht angeschlossen werden für die Dauer des Einkaufs? Wenn der Markt nur im Wege liegt: ein kleiner Umweg ist schneller, als sich durch die Masse zu schieben und böse Kommentare zu bekommen. Und es gibt einen menschenfreien Weg in der Mitte für Anliegerverkehr… Aber das gehört wahrscheinlich zu den Dingen, die ich nicht begreifen muss.
Diesen Samstag war es also endlich wieder soweit, dass ich bei leidlich gutem Wetter mit der Kleinen Prinzessin zu zivilisierter Zeit und annehmbarem Wetter über den angenehm nicht überfüllten Markt wandern konnte. Entsprechend haben wir beide mehr eingekauft, als wir eigentlich brauchten. Aber es gab so viele gute Dinge! Und noch dazu nette Beratung. Die Dame, bei der ich Petersilie und ein halbes Bund Bohnenkraut gekauft habe, hat mir gleich noch eine Seite empfohlen, die sich mit dem medizinischen Nutzen von Pflanzen beschäftigt. Die Seite ist auf türkisch und englisch. Dankenswerterweise hat mir die Dame den Namen der Seite aufgeschrieben – denn die türkische Aussprache hatte wenig mit der Schreibweise zu tun, wie ich sie lesen würde (logischerweise).
Hier meine Beute:

markteinkauf

Ich verstehe nicht ganz, warum immer wieder gesagt wird, dass es so teuer sei, frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Wenn ich den Käse und Joghurt weglassen, dann hat mich der Einkauf etwa 7 Euro gekostet. Und ist eigentlich zu viel für meine Zwecke – mal sehen, was ich mit allem mache. Auf jeden Fall einen Pfirsichkuchen (und der Rest? Chutney? Marmelade?) und die Feigen sollen in meinem morgendlichen Joghurt landen. Warum ich dringend weiße Auberginen brauche und wozu kann ich noch nicht sagen, aber ich fand sie einfach sehr schön und brauchte sie deswegen dringend. Die Champignons werden wahrscheinlich gefüllt werden, mit Gorgonzola und Petersilie und kommen dann wahlweise auf oder unter den Grill.

Einen guten Start in die neue Woche. (Meine Woche ist gerade ein wenig verzerrt, habe ich das Gefühl…)

Die Kleine Prinzessin und ich wollten einen Kinoabend machen. Da kam uns Die Herzogin gerade recht – diese Klamotten! großartig. Da war uns die Handlung schon fast egal, als wir nur eine kleine Vorschau der Kleider gesehen hatten. Und natürlich haben wir beide uns daran erinnert, dass wir schon seit Jahren die Bastelanleitung für eine  Robe à la française in unseren Bookmarks dümpeln haben, dazu habe zumindest ich noch einen großen Leitzordner mit Referenzmaterial, detaillierten Antleitungen für begleitende Kleidungsstücke undsoweiter. Eine der Sachen, die mich immer noch abschreckt ist, dass ich erst ein komplettes Modell aus Nessel erstellen müsste, idealerweise mit Hilfe einer Schneiderpuppe, nur um es dann auseinanderzunehmen, um den Schnitt für das eigentliche Kleid abzunehmen. alle Arbeit sozusagen für die Katz. Irgendwann werde ich das machen, aber wahrscheinlich nicht in den nächsten zwei Jahren.

Zurück zum Film. Stilecht wollten wir den Film von Kuchen und Wein begleiten lassen. Die Kleine Prinzessin hat einen wunderbaren Gugelhupf gemacht mit Mandeln, Weintrauben, Muskat und Zitrone – ich werde sie noch bitten, mir das Rezept zu geben – so dass mir die Aufgabe blieb, einen passenden Wein zu finden. Was ich darüber weiß, einen passenden Wein auszusuchen, passt auf eine Postkarte. Es gibt einen Grund, warum es hier in der Regel keine Weinempfehlungen gibt. Entsprechend habe ich mich in die Hände des Fachhandels begeben, um einen passenden Wein zum Kuchen zu bekommen. Die Empfehlung bei lieblichen Weinen war eine Scheurebe Kabinett vom Weingut Brüder Dr. Becker. Ich habe den brav mitgenommen und was soll ich sagen? Ein wunderbar passender Wein. Auch das Gesamtpaket war sehr schön. Film, Kuchen, Wein und Gesellschaft.

Und ich will dringend eine Robe mit Watteaufalten.

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