Archives for the day of: 22. November 2009

Wir haben endlich kleine, feuerfeste Förmchen. Irgendwie wollten wir immer mal Creme Brulée machen, zumal wir ja auch über einen Gas-Flammenwerfer verfügen, aber ohne feuerfeste Förmchen geht das schlecht. Neulich stieß ich dann noch auf dieses Rezept und fand, dass es jetzt endgültig die Anschaffung rechfertigt, unsere Küche ist nämlich schon ziemlich voll. Man muss dazu sagen, dass man Oeufs en Cocotte machen kann, wie man will – mit Gemüse, ohne Käse, mit Schnittlauch oben drauf, mit verschiedenen Gewürzen…. das Grundrezept besteht nur aus Ei, Butter und Sahne. So wie hier sind sie in jedem Fall sehr lecker.

Für 4:

  • 4 Eier
  • Butter
  • 4 EL Sahne
  • 1 Lauchzwiebel
  • geriebenen Käse (z.B. mittelalten Gouda)
  • Speck, falls gewünscht
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz, Pfeffer

Den Ofen auf 180° vorheizen. Die Förmchen mit Knoblauch ausreiben und großzügig buttern. Ca. 1 EL geriebenen Käse und einen TL Lauchzwiebel unten rein, auch den Speck, falls vorhanden. Ein Ei hineinschlagen, dabei das Eigelb möglichst intakt lassen. Einen EL Sahne dazugeben, wieder Käse, dann pfeffern & salzen. Jetzt kann man die Förmchen in ein Wasserbad stellen, wir haben sie aber einfach gebacken (vermutlich ist es so etwas schwerer, das Eigelb flüssig zu behalten). Sie brauchen in beiden Fällen ca. 15 Minuten.

Neulich habe ich nach der Arbeit noch einen mittleren Umweg über Mahlsdorf gemacht. Mahlsdorf kennen Nicht-Berliner wahrscheinlich maximal als Namensteil von Charlotte von Mahlsdorf. Es handelt sich um einen Ortsteil Berlins, der sich ziemlich am Rande befindet und bei dem es für mich bisher überhaupt keinen Grund gegeben hat, auch nur einen Fuß in die Gegend zu setzen. Nun bin ich aber immer wieder in Phasen eine begeisterte Ebay-Einkäuferin und hatte allerlei Tand erworben, den es in eben jenem Bezirk abzuholen galt. Es war für mich eine völlig fremde Welt und fühlte sich nur noch sehr eingeschränkt nach Berlin und vielmehr schon nach ostdeutscher Kleinstadt an. Und wenn ich schon in fremden Gefilden bin, dann gehe ich nach Möglichkeit auch kurz in den örtlichen Supermarkt oder Hofladen oder was  immer sich gerade anbietet und schaue, was es denn da für merkwürdige Dinge zu kaufen gibt, die ich bis dahin noch nicht kannte. Und siehe da, in der Getränkeabteilung gab es eine Fassbrausensorte, die ich noch nie gesehen hatte. Es gab den klassischen Goldton, ein sehr chemisch wirkendes Schlumpfblau, ein leicht ungesundes rot und dann das hier. Knallgrün:

Gesund kann so eine Waldmeisterfassbrause bestimmt nicht sein, außerdem sind Zuckeraustauschstoffe enthalten, um die ich normalerweise einen großen Bogen mache. Aber es half nichts, die Neugier war größer als die Vernunft und so musste eine  Flasche von Zille’s (ja, mit Deppenapostroph) grüner Fassbrause ihren Weg mit mir aus Mahlsdorf nach Kreuzberg antreten. Erstaunlicherweise handelt es sich trotz des so innig mit Berlin assoziierten Namens nicht um eine hier ansässige Brauerei, sondern um ein Produkt aus Sachsen.
Aus unerfindlichen Gründen gibt es auf dem Etikett eine Stelle an der man ‘reiben und schnuppern’ soll – aber ich mache ja vieles mit, was einem so eine Flasche vorschlägt und siehe da: es fängt an, ein wenig nach Waldmeister zu riechen!
Schmeckt auch nach Waldmeister. Und sehr, sehr grün. Prickelt im Mund als hätte man sich eine große Portion Ahoi-Brause reingekippt. Oder zumindest so, wie ich mich noch an die Ahoi-Brausetütchen erinnere, da ich die schon seit Ewigkeiten nicht mehr gegessen habe. DIe Existenz von Ahoi-Brause hatte ich schon mehr oder weniger vollkommen vergessen, wenn nicht Mitbewohnerette 1.1 bei ihrem Besuch neulich erwähnt hätte, dass sie gern das Pülverchen gemeinsam mit Wodka zu sich nimmt. Ich bin nicht sicher, ob das eine so großartige Idee ist. Ich meine, der arme Wodka!

Zusammenfassend: praktische Verpackung (wiederverschließbar, so dass die Gefahr geringer ist, sich überraschend die Couch einzugrünen), leicht künstlicher, aber dennoch grüner und nicht zu süßer Waldmeistergeschmack.

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