Archives for the month of: Januar, 2009

Ich war in der letzten Zeit wenig motiviert zu bloggen. Tiger war, bzw. ist krank.

tiger_leidend

Im Endeffekt hatte sie nur eine Münze verschluckt, aber bis das klar war, hatte ich schon eine vollgekotzte Wohnung, einen leidenden Tiger und mehrere Tierarztbesuche hinter mir. Jetzt ist sie operiert worden, beschwert sich heftig über ihre Halskrause und alles sollte wieder gut werden. Ausgehen wollte ich gestern trotzdem nicht und habe auch von meinem ursprünglichen Plan, mal wieder ein 3-Euro-Kochen zu veranstalten, Abschied genommen. Lediglich die Kleine Prinzessin ist vorbeigekommen und wir haben uns an Topinambur gewagt. Tiger ist derzeit sehr anhänglich und will eigentlich immer da sein, wo die anderen auch sind – entsprechend bekam sie einen Platz auf einem Kissen in der Küche, um zu begutachten, ob wir das auch alles richtig machen. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wo ich das ursprüngliche Rezept her habe, vermute aber, dass es aus einer alten Essen und Trinken stammt. Hier meine abgwandelte Version einer

Beluga Linsen-Topinambur-Suppe

für 4 als Hauptgericht oder für 8-10 als Vorspeise

  • 100g Belugalinsen
  • 800g Topinambur
  • weißer Pfeffer, Salz, Zucker
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 TL Koriandersaat
  • 2 Schalotten
  • 800 ml Gemüsebrühe
  • 150 ml Sahne
  • 1 Msp Chili
  • ein wenig Sesamöl
  • Grün zur Deko

Linsen am Vortag oder spätestens 8 Stunden vorher in reichlich kaltem Wasser einweichen.

Linsen abgießen und spülen. Ofen auf 200° vorheizen. Topinambur schälen und in grobe Stücken schneiden. In einer Schüssel mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Zucker mischen. Ein Blech mit Backpapier auslegen und den Topinambur darauf geben, ca. 40 Minuten backen. Das konzentriert den Geschmack.
topinambur_11

 

Die Linsen mit reichlich Wasser bedecken und 1/4h leise köcheln lassen, abgießen. Den Koriander trocken rösten und grob zermörsern. Die Schalotten fein würfeln und in ein wenig Olivenöl glasig dünsten. Topinambur, Brühe und Sahne dazu, etwa 10 Minuten köcheln. Sehr fein pürieren, Linsen dazu und abschmecken. In Schüsselchen füllen, Koriander darauf streuen, ein wenig Sesamöl reinträufeln und nach Belieben ein wenig mit Grün dekorieren.

Genießen.

topinambur_2

Wer es eher als Suppe und weniger als Eintopf liebt, sollte 1 Liter Brühe und 250 ml Sahne verwenden. Der Rest bleibt sich gleich. Die Kleine Prinzessin empfiehlt dazu ein wenig Zwiebelbaguette. Als Varianten bieten sich unter anderem Kartoffel- und Karottencremesuppe an, evtl. auch mit anderen Linsen als Einlage, wobei ich von Roten Linsen abraten würde, da die dazu tendieren beim Kochen zu zerfallen. Ansonsten: viel Spaß beim Abwandeln.

Passenderweise wird beim 42. Kochblogevent gerade die Herstellung von Eintopf verlangt. Wunderbar.

Blog-Event XLII- Eintopf - Einsendeschluss 15. Februar

Dann spiele ich doch mal wieder mit.

Der St-Pauli-Nachtmarkt hat mich auch in diesem Jahr nicht enttäuscht: Seit gestern sind wieder Bitterorangen zu haben. Sofort habe ich zugeschlagen und nach dem Rezept vom letzten Jahr 12 Gläser beste Orange-Marmalade produziert. Dieses Mal hatte ich schon Zucker und Gläser gebunkert. Da ich ja letztes Mal Probleme mit dem Gelieren hatte, habe ich ca. 1 EL Pektin von Anfang an dazugegeben. Ich finde, das ist eine vertretbare Zutat und geschmacklich kein Problem. Das Ergebnis war wieder unglaublich intensiv. Sogar die kleine Zitrone war entzückt.

Aber irgendwie sind 12 Gläser für ein Jahr noch ein bißchen wenig – ich glaube, ich muss nochmal ran (mehr als 1,5kg Orangen können wir auch mit unserem größten Topf nicht verarbeiten). Neulich gab es wieder irgendwo Chivers Marmalade und es ist einfach nicht dasselbe!

Schon ein wenig länger her, aber irgendwie habe ich das nie gebloggt: 

 
krustenbrot

Ich war neugierig, nachdem ich das Rezept in der Essen und Trinken 11/08 gelesen hatte. Ein Brot aus dem Topf? Und trotzdem im Ofen? Ausprobieren. Und ich habe mich auch ziemlich genau an das Rezept gehalten! Gebacken habe ich es für einen Glühweinabend beim dontblog – ich dachte, neben den sicherlich reichlich angeschleppten Keksen könnte es nicht schaden, auch ein wenig was Substanzielles mitzubringen, damit nicht alle sofort lallend Weihnachtslieder singen. Ohne sich auf  Tempo und Tonart zu einigen, versteht sich. Wir haben das Brot nur mit dem dazu empfohlenen Dip gegessen – keine Ahnung, wie es sich als normale Stulle verhält. So war es auf jeden Fall sehr lecker.

Das Brot hat ziemlich lange Gehzeiten – rechtzeitig mit der Planung anfangen!

Krustenbrot aus dem Topf

1 Laib ~ 500g

  • 425 g Dinkelmehl
  • 1/4 TL Trockenhefe
  • 1 1/2 TL Salz
  • 200 ml lauwarmes Wasser
  • 100 ml helles Bier (ich hatte zufälligerweise noch ein Jever im Kühlschrank von Onkel Mattels Bohrarien in meinen neuen Wänden)
  • 1 EL hellen Essig
  • Mehl, Öl
  • 3 EL Sesam (geschält)
  • 1/4 TL Chiliflocken (bzw. eine entsprechende Menge zerbröselter, getrockneter Chili. Frische ist hier zu säuerlich)
  • 1/2 TL abgeriebene Zitronenschale
  • 120 ml Olivenöl (Achtung: ätzendes Öl schmeckt hier besonders gemein durch)
  • 1 EL dunkles Sesamöl
  • 1 Bd Thymian
  • Lieblingssalz

Mehl, Hefe, Salz, Wasser und Bier rasch zu einem ziemlich flüssigen Teig verarbeiten und luftdicht abgedeckt 18 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche gut durchkneten. Den Teig auf einem Bogen Backpapier – wie etwa für ein Blech – geben und in einer Form mit 24er Durchmesser abgedeckt mit einer geölten Klarsichtfolie bei Zimmertemperatur 2 Stunden gehen lassen. Einen 24er ofenfesten Topf nehmen – idealerweise einen gusseisernen Bräter – und in den Ofen stellen. Auf 250° vorheizen.

Folie vom Teig nehmen und wer mag ritzt nun ein hübsches Muster in das Brot. Ein wenig mit Mehl bestäuben und mit dem Papier in den heißen Bräter geben und zugedeckt 30 Minuten backen.

Jetzt den Sesam trocken goldbraun rösten, mit den restlichen Zutaten mischen und bei Seite stellen.

Den Deckel vom Bräter nehmen und für die nächste Viertelstunde auf 220° runterschalten. Brot auskühlen lassen und mit dem Dip genüsslich aufessen.

Da hier immer wieder das Thema Glutamat auftaucht (“Bäh, das isst Du?”), hier ein Link, den alle, die sich dazu äußern, einmal komplett durchlesen dürfen:

http://www.food-info.net/de/intol/msg.htm

Danke auch an balu, dass Du es noch einmal gesagt hast: Glutamat kommt in pflanzlichen Produkten vor. Industrielles Glutamat wird aus Pflanzen hergestellt. Ansonsten stellt es der Körper auch selber in größeren Mengen her. Glutamat ist also eine durch und durch biologische und natürliche Angelegenheit.

Das Vorhandensein in der Nahrung signalisiert, dass das Nahrungsmittel proteinreich ist, deshalb mögen Menschen es gerne, denn viel Protein = viel gut. Und da hilft die Nahrungsmittelindustrie und der Asia-Imbiss dann gerne ein bißchen nach, um dem Körper leckere Proteine vorzugaukeln, die eventuell gar nicht da sind. Fies. Aber bevor man das nächste Mal seine Brühe und seinen Parmesan ins Risotto rührt oder sich sein makrobiotisches Gemüsegericht mit Sojasauce aufbessert, sollte man darüber nachdenken, ob man über Fondor oder Maggi so dermaßen erhaben ist!

Rein pflanzliches lebensmittel.

(via wirres.net)

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