Archives for the month of: April, 2008

Vom Samstagsbrunch stand (und steht) noch Eierlikör in meinem Schränkchen. Eierlikör pur ist nicht so ganz meins – es stellte sich also die Frage: was tun damit, verkommen soll er ja auch nicht. Mitbewohnerette #11 empfahl einen Eierlikörkuchen, kam aber vor dem Abflug nach Sizilien leider nicht mehr dazu, mir ein Rezept durchzudiktieren. Aber ich habe ein kleines Backbuch für kleine Kuchen. Und die dauergeliehene 6-Cup-Gugelhupfform von ATB. Frisch ans Werk – zu meinem Erstaunen ist der Kuchen sehr gut aus der Form herausgekommen – sie ist relativ stark geriffelt und ich hatte befürchtet, dass die Hälfte des Kuchens in der Form bleiben würde. Der Kuchen war ein … mittlerer Erfolg. Ich hätte ihn in ein wenig süßer lieber gemocht. Von dem Eierlikör schmeckt man (zum Glück?) fast nichts. Eventuell habe ich den Kuchen einen Tick zu lange im Ofen gelassen – er würde es vertragen ein wenig klitscher zu sein.

Eierlikörkuchen

Für eine 18er Kranz- oder 1,4l-Gugelhupfform (Dashboard ist Dein Freund beim umrechnen!)

  • 100g Butter
  • 75g Zucker (könnt mehr sein)
  • 1 Prise Salz
  • 3 Eier (getrennt)
  • 100ml Eierlikör
  • 200g Mehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 50g Puderzucker
  • 1 1/2 EL Eierlikör
  • Zeste einer Orange

Den Ofen auf 180° vorheizen und die Form gut fetten und mehlen. Butter, Zucker und Salz schaumig rühren. Die Eigelb dazugeben, danach den Eierlikör. Mehl und Backpulver mischen und zu dem Teig geben. Die Eiweiß sehr steif schlagen und unter den Teig heben. Etwa 50 Minuten backen – eine Stäbchenprobe das erste Mal nach 40 Minuten machen. Kurz in der Form kühlen lassen und dann auf ein Gitter stürzen, um ihn vollends auskühlen zu lassen. Aber noch warm den Guss auf den Kuchen geben, dazu Puderzucker und Likör verrühren und mit einem Pinsel (oder ähnlichem) auf dem Kuchen verteilen. Mit der Zeste dekorieren.

Fertig.

Letzen Samstag, da noch Mitbewohnerette #11 da war, haben wir ein kleines Brunch bei mir gemacht. Es gab einen Kommentar von der Seite Herrn Es, dass es eher ein Frühstück sei, da wir keine “echten” warmen Gerichte gemacht haben – aber es war auch so sehr nett.

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Anfangs hab ich ja immer nazi verstanden, wenn die schweizer von ihrer fussballnationalmannschaft sprachen. Das hat sich gelegt. Nati wird zwar wie nazi ausgesprochen, ist aber was richtig tolles, hierzulande, auf das man stolz ist.Die allermeisten hier sind grosser fan ihrer nati und wie in anderen kleinen nachbarländern deutschlands ist es überhaupt nicht unanständig, sich unter aller sau über die deutschen fussballer auszulassen (und die deutschen dazu). Immerhin ist man underdog und damit opfer. Arme wauzis.

Lustig ist jetzt, dass die hiesige schokoriegelindustrie zur UEFA EM 2008 vollkommen durchdreht und kurzerhand aus haider wix macht, äh, aus mars hopp. Aber seht selbst:  

marshoppschwiiz.jpgwww.marshoppschwiiz.ch 

Mitbewohnerette #12 hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, dass ich nur so mäßig auf sie zu sprechen bin und ganz froh bin, dass sie nur vier Wochen bleiben wird. Gleichzeitig vermisse ich Mitbewohnerette #11 schon einen Tag, nachdem sie abgefahren ist. Natürlich besonders scharf durch den Vergleich mit der aktuellen.

Ich bin wahrscheinlich einfach altmodisch und konservativ, aber ich halte es für ausnehmend schlechtes Benehmen, wenn eine Mitbewohnerette sich in keiner Form verabschiedet, wenn sie aus der Tür geht, so dass ich nicht weiß, ob sie jetzt wirklich geht oder nur den Müll herunterbringt oder eine Rauchen geht. Da bekomme ich schlechte Laune von. Auch davon, dass sie es nicht schafft zu grüßen, wenn sie wieder in die Wohnung kommt oder mir morgens über den Weg wankt, auf dem Weg ins Bad. Oder es selbst nach Ansage nicht schafft, alle Sachen aus dem Backofen zu räumen, bevor sie sich Brötchen aufbäckt. Abgesehen davon ist sie eine Hektikerin. Eine laute Hektikerin. Wenn es bei ihrem Praktikum Banane ist, ob sie um 9 oder um 11 h eintrudelt, dann muss sie morgens nicht so eine Hektik verbreiten, indem sie vollkommen bekleidet, i.e. mit Stiefeln und Jacke für Draußen, im Stehen über das Waschbecken gebeugt ihr Frühstück in sich reinhämmert. Und dabei Saft direkt aus der Tüte trinkt. Vor allem wenn man bedenkt, dass sie gerade vorher sich eine halbe Stunde im Bad ausgemährt hat. Entweder ich habe es eilig, dann bin ich aber auch schneller im Bad durch oder ich habe Zeit, dann kann man sich zivilisiert zum Frühstück an den Tisch setzen. Ohne Jacke und Stiefel. Leider macht sie das Ganze schlimmer durch große Naivität (der Axel-Springer-Verlag ist der Hort des Guten, Corporate Blogs sind großartig, Journalisten saufen doch nicht, wenn ich mal groß bin, will ich als Auslandskorrespondentin die Kinder der Welt retten). Und, unverzeihlich, dem Hang zu trashigem Essen. Tütensuppe. Eingeschweißter Fertigkuchen. Fettreduzierter Scheiblettenkäse. Diätcola. Optiwell Pudding mit 0,2% Fettgehalt (ich dachte, den essen nur Essgestörte und solche, die es werden wollen?!). Ich warte auf die kleinen Optiwell Control Fläschchen, die müssen jetzt noch kommen.

Überhaupt – kann mir mal jemand erklären, wieso man gleichzeitig Diätfutter UND Süßigkeiten einkauft? Abgesehen davon, dass Diätfutter eh Ih-Bah ist, kauft man das doch nur dann, wenn man eine (Restriktions-) Diät macht, oder? Und dann sind Süßigkeiten kontraproduktiv, non?

Längere Zeit gab es keine Neuigkeiten – ich war einerseits schlicht und ergreifend faul, andererseits hatte ich auch genügend andere Sachen zu tun. Zum Beispiel Ostern in Kiel an der Ostsee zu verbringen. Mit total tollem Wetter, zumindest am Ostersonntag. Den Rest der Zeit sah es eher so aus:

Surfen an Ostern

Man muss dazu sagen, dass an dem Tag ca. 2°, beißender Wind und Schneegestöber waren. Es muss schon ein sehr begeisterter Surfer gewesen sein, der trotzdem draußen gewesen ist…

In Kiel sind wir am Abend angekommen, so dass wir gerade nicht mehr Einkaufen gehen konnten – also flugs Essen ins Kielschlösschen bestellt. Alles geklärt, alles wunderbar. Essen kommt auch recht schnell. Nur leider wird ausschließlich Herrn Es geliefert, nicht meines. Die Bestellannahme hat vergessen, die Information weiterzureichen. Das war nicht schön. Zum Glück wurde der Bote sofort wieder losgeschickt und hat 15 Minuten später dann auch mein Essen geliefert, mit Entschuldigung und allem. Wenigstens war das Essen für Lieferfutter dann ganz gut.

Ich empfehle ansonsten als Futter für die Rückkehr von einer Reise oder Erstessen in einer Ferienwohnung:

 Spaghetti aglio e olio

tüteneinfach, wenig Zutaten und schnell fertig. Pro Nase:

  • 125g Spaghetti
  • 4 El Pinienkerne
  • ca. 6 EL Olivenöl
  • 3 Knoblauchzehen in Scheiben
  • 1-2 Chilis in Ringen
  • Saft einer halben Limette
  • 2 große handvoll frisch gehackte Petersilie (zur Not eine Schachtel TK)
  • Salz, Pfeffer
  • wer mag: ein wenig frisch geriebenen Parmesan. Das ist zwar nicht orthodox, schmeckt mir aber gut.

Die Spaghetti al dente kochen. In der Zwischenzeit die Pinienkerne in einer Pfanne trocken rösten, bis sie beginnen Farbe anzunehmen. Kerne bei Seite stellen. In der Pfanne das Öl heiß werden lassen und den Knoblauch und Chili golden rösten – Achtung, nicht verbrennen, das wird sonst bitter. Vom Herd nehmen, Petersilie dazugeben und Zusammen mit den übrigen Zutaten und den Nudeln gut mischen. Dieses Essen verträgt sehr viel Salz. Evtl. Käse rüber, essen und glücklich sein.

Aglio Olio

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