Archives for the month of: November, 2007

Danach klang das Rezept ganz sicher. Mal was anderes, was neues, eine ungewohnte Kombination. Ich weiß nicht mehr genau, wo ich das Rezept her hatte – es war abgeschrieben in meinem schwarzen Rezeptebuch.

Schwarzwurzel-Avocado-Suppe

Irgendwie exotisch. Und zwei Sachen, die für sich genommen lecker sind und auch schmecken. Also habe ich neulich Avocados und Schwarzwurzeln erworben und mich gestern Abend ans Werk gemacht. Ich hatte vergessen, wieviel Arbeit die Schwarzwurzeln machen. Und habe dabei dann feststellen dürfen, dass ich mir ZU VIEL Arbeit gemacht habe. Aber der Reihe nach. Ersteinmal das Rezept:

Reicht für 4

  • 750g Schwarzwurzel
  •  Saft einer halben Zitrone
  • Salz
  • 2 Schalotten in feinen Würfeln
  • 1l Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 2 Avocados
  • evtl. ein wenig mehr Zitronensaft

Die Schwarzwurzeln unter fließen kaltem Wasser waschen. Achtung: hier habe ich gelernt, dass man die Schwarzwurzeln wirklich nur soweit waschen sollte, dass die gröbste Erde ab ist, nicht so dolle schrubben, dass sie weiß werden. Dann das Gemüse mit reichlich zitronigem Salzwasser aufsetzen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Wichtig: einen Topf nehmen, der groß genug ist, dass man die Schwarzwurzeln nicht teilen muss. Sie werden sonst wässerig. Abgießen, abschrecken und nun kann man die Schale einfach abstreifen. (es sei denn, man hat vorher zu viel geschrubbt und muss lauter Einzelteile abprökeln. Not funny.)

Jetzt die Schalottenwürfel in Butter glasig braten, die Schwarzwurzeln dazu und mit der Brühe ablöschen. So lange köcheln, bis die Gemüsestücken pürierbar weich sind. Würzen, Avocado dazu und pürieren.

Avocado-Schwarzwurzel-Suppe

Und dann schmeckt das Ganze…. langweilig. Charakterlos. Und ich habe mich gefragt, ob ich was falsch gemacht habe, was vergessen… ich bin nocheinmal sorgfältig alle Schritte durchgegangen und nein, alles wie in der Bastelanleitung.

Um das zu retten hat sich bewährt in die Suppe noch einen Becher Crème Fraîche zu rühren. Und die einzelnen Teller mit ordentlich Parmesan zu versehen. Dann ist es immer noch nicht großartig, aber zumindest recht ansprechend und die Arbeit war nicht umsonst.

Mal was aus der Kategorie von fehlgeleitetem Enthusiasmus.

:-)

So, Onkel Mattel hat lange nichts mehr von sich hören lassen, nun aber will ich den Liebhabern der Küche und des Kochens und Essens nicht länger ein Gericht vorenthalten, das relativ simpel zuzubereiten ist, aber dennoch raffiniert schmeckt. Vegetarier, Veganer und Besitzer von Kleinstnagetieren brauchen/sollten nicht weiterlesen, allen anderen sei ein leckeres Hasenrezpt verraten. Und das wird benötigt (bei 4 Personen):

  1. 1 Kaninchen (gehäutet und ausgenommen)
  2. ca. ein halbes Glas feinsten Senfs
  3. Maismehl
  4. 2 Flaschen Bier
  5. getrocknete Pflaumen /12 Stück (oder so)
  6. 3 Brühwürfel (z.B. von Maggi)
  7. 5 Karotten
  8. Öl zum Anbraten
  9. Kartoffeln (nach Belieben)

und so geht’s:

Gehackter Hase

das Kaninchen in halbwegs portionsgroße Stücke hacken (prima chinesische Hackmesser gibt es in Dazu, Sichuan Province zu kaufen

Covered with Mustard

die einzelnen Stücke pfeffern und salzen und dann mit Senf einstreichen und anschließend in Mehl wälzen

fried

Brathäschen

jetzt die Tierteile portionsweise in Öl anbraten, wenn das erledigt ist, kommen alle Teile wieder in den Topf und werden mit zwei Flaschen Bier begossen. Das Bier sollte das tote Kaninchen schon bedecken. Außerdem drei Brühwürfel hinzufügen, aufkochen und dann auf kleine Flamme schalten
lapin with beer

Lapin with beer

jetzt schon mal die Karotten in mundgerechte Stücke schneiden und außerdem die getrockneten Pflaumen in Wasser einweichen. Jetzt schon mal die Kartoffeln schälen und klein schneiden. Das Kaninchen simmert derweil so vor sich hin und nach etwa 40 Minuten kommen die Karotten in den Topf. Gleichzeitig werden die Kartoffeln aufgesetzt (50% Wasser, 50% Biertunke aus dem Kaninchentopf)

lapin meets carrots

lapin meets carrots

nach weiteren 15-20 Minuten ist alles gar und kann serviert werden. Je länger das Kaninchen simmert, desto besser schmeckt es und folgerichtig schmeckt es am nächsten Tag auch [noch besser]

Close up

Über das vergangene Wochenende bin ich bei Little Sister in Brüssel gewesen. Viel Stadtanschauen, ein wenig Einkaufen, ein wenig Essen. War ein sehr schönes langes Wochenende jewesen. Ich bin natürlich mit dem einen oder anderen Mehr im Gepäck zurückgekommen, obwohl ich mich zurückgehalten habe. Was kann man in Brüssel aber auch schön einkaufen! Es gibt ein Geschäft, in dem es Geschirr , Gläser und weiteres Küchenzubehör nach Gewicht zu kaufen gibt. Ich hätte mir da gern ein neues Alltagsgeschirr zugelegt, aber bin dann davor zurückgeschreckt, das Ganze nach Hause tragen zu müssen. Ich habe mich da eher an leichte Sache gehalten – z.b. eine weiße Schürze mit Spitzeneinsätzen. Dazu fehlt mir jetzt nur noch ein schwarzes 50er Jahre Kleid und ich werde eine perfekte Serviertochter. Um uns unterwegs zu stärken haben wir den einen Tag Waffeln geholt, die zwar sehr lecker, aber kein Grund nach Brüssel zu fahren sind. Während es sich für die Fritten fast schon lohnen würde – es gibt so selten in Berlin wirklich gute Fritten zu kaufen und wie man die wirklich ordentlich selber macht, habe ich bisher nicht herausgefunden.

Frittentüte

Für die Fritten sind wir zu Chez Antoine gefahren, einer Frittenbude, die seit fast 60 Jahren besteht. Und das zu Recht, denk ich mal. Dazu gibt es hunderterlei Saucen – zumindest gefühlt. :-)

Wir haben uns für 5 verschiedene entschieden:

Frittensaucen

Im Uhrzeigersinn, bei der Mayo startdend: Mayo, Andalusienne, Chili, Provencal, Cocktail. Wobei ich besonders auf die cremigen Saucen mit Mayonnaisebasis stehe. Kurioserweise gibt es eine Kooperation zwischen Chez Antoine und den umliegenden Restaurants: man kann sich in den Restaurants draußen (drinnen bin ich nicht sicher) mit seinen Fritten an den Tisch setzen, unter der Bedingung, dass man dann in dem Café/Restaurant seine Getränke bestellt. Was ich einen fairen Handel finde. So saßen wir denn vergnügt um den Tisch herum, es war dankenswerterweise das ganze Wochenende über recht warm und haben unsere Fritten gegessen.

Fritten am Restauranttisch

Oh – und wenn man nicht will, dass einem die Saucen die schönen Fritten matschig machen: so wie wir in extra-Döschen bestellen. Total nachhaltig.

Rosmarin ist kein Gewürz, das ich normalerweise mit einem süßen Kuchen assoziieren würde. Andererseits wollte ich mal wieder einen Kastenkuchen machen, da ich der Meinung bin, dass die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Vielleicht sind sie ja auch nur bei mir und meiner Umgebung aus der Mode und der Rest der Nation bäckt immer noch fleißig Kastenkuchen? Ich kann gar nicht genau sagen, wann es die nicht mehr gab. Eines Tages waren sie nicht mehr auf den Kaffeetalfeln zu finden, zu einfach, nicht modisch genug, von den Fertigbackmischungen ins Aus getrieben. Ich hatte für einen erneuten Erstkontakt eigentlich in Richtung Mandeln gedacht, aber als ich bei der Haushaltsgöttin über den Rosmarinkuchen gestolpert bin, musste ich ihn einfach ausprobieren.

Rosmarinkuchen

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