Archives for the month of: November, 2007

Ich wollte schon länger eine alte, mechanische Nussmühle haben. So eine ganz klassische. Als ich dann bei Ebay eine entdeckt habe, die nicht nur Nüsse mahlen, sondern auch hobeln kann, musste ich sie unbedingt ersteigern.

Nussmühle

Geradezu unersetzlich für die beginnende Weihnachtsbäckerei. Und natürlich brauch ich die auch für mein tägliches Frühstück. Ich habe sie mehrfach getestet und das Fazit ist: wunderbar, um Nüsse, Mandeln, was auch immer zu mahlen, aber leider nicht geeignet, um Nüsse zu hobeln. Da kommen nur komische Splitter bei rum.

Gestern wurde die diesjährige Weihnachtsbäckerei eingeläutet, Bilder und Rezepte folgen dann die Tage. Natürlich mit vielen gemahlenen Mandeln.

:-)

Gestern Abend waren ein paar Freunde bei mir zum Essen. Die klassische Frage hat sich mir gestellt: was koche ich? An einem Freitag Abend, nachdem ich aus dem Büro zurück bin für insgesamt 8 Leute so, dass es um halb acht fertig ist?

Beim Durchspielen der Möglichkeiten musste ich an den einen (den einzigen?) sinnvollen Rat aus Bridget Jones denken: Deine Freunde kommen nicht mit der Erwartung zu Dir, ein perfektes 5-Gang-Menü zu erhalten. Eigentlich wollen sie Dich sehen und einen entspannten gemeinsamen Abend verbringen. Ergo habe ich mich dann für ein einfaches Essen entschieden, dass sich gut vorbereiten lässt: Lasagne. Die Saucen lassen sich hervorragend am Tage vorher zubereiten, dazu einen Salat und danach Vanilleeis mit heißen Kirschen. Alles nicht sehr anspruchsvoll, aber etwas, dass eigentlich alle mögen.

Die Lasagne habe ich mit zwei verschiedenen Saucen geschichtet: Sahnechampignons und Tomate-Aubergine (mit doppelt so viel Tomate, wie im Rezept angegeben – es soll ja eine Sauce und kein Gemüse sein) und dann mit Mozzarella überbacken. Der Salat war einfach Römersalat mit Zwiebelringen und einem Avocadodressing.

  • 1/2 reife Avocado
  • 2 EL Zitronensaft
  • 4 EL Olivenöl
  • 1/2 TL Senf
  • 100ml Sahne
  • Salz, Pfeffer

Aus den gesamten Zutaten ein musiges, eher zähflüssiges Dressing herstellen und über den zerzupften Salat geben.

Der Nachtisch ist noch einfacher und eigentlich nur Convenience zusammengestellt: gutes Vanilleeis auf Schüsselchen verteilen. Ein großes Glas Kirschen in eine Topf geben und mit 1/2-1 TL Zimt aufkochen. Mit ein wenig kalt angerührter Stärke andicken. Fertig.

Minimaler Aufwand für ein akzeptables Ergebnis und vor allem: ein entspannter Abend für alle.

Vergangengen Sonntag war ein Familienkaffee, zur Abwechslung mal bei mir. Da ich immer noch auf dem Einfache-Kuchen-Trip bin, gab es einen Rührkuchen, allerdings dieses mal aus der Kranz- und nicht aus der Kastenform. Als Basis diente ein Rezept von Nigella Lawson, das ich adaptiert habe an die Sachen, die ich eh gerade da hatte und von denen ich dachte, dass sie das Rezept verbessern würden. Wobei mir einfällt, dass ich immer noch keine deutsche/deutschsprachige Köchin gefunden habe, deren Bücher mir so gut gefallen, wie die von Frau Lawson. Sarah Wiener ist mir zu österreichisch, mir gefällt der Schreibstil nicht. Und Lea Linster … zu ihren Rezepten habe ich wenig Zugang, sie sprechen nicht so richtig zu mir. Wahrscheinlich sind die Rezepte sogar gut. Aber da sie mich nicht ansprechen, habe ich nie etwas davon ausprobiert. Gibt es denn eine andere kochende Dame im deutschsprachigen Raum, deren Kochbücher Spaß machen, gut sind und einfach das rundumglücklich Paket sind?

Zurück zu meinem

Mandel-Marzipan-Kuchen

  • 250g weiche Butter
  • 200g Marzipan
  • 50g gemahlene Mandeln
  • 1/4 TL Mandelsirup
  • 1/4 TL Vanillesirup
  • 6 Eier, größe L
  • 150g Mehl
  • 1 TL Backpulver

Den Ofen auf 170° vorheizen. Eine 26er Kranzform fetten und mehlen. Butter und Zucker schaumig rühren, dann Marzipan einrühren. Die Sirupe und die Eier nach und nach dazugeben. Dann kommen Mehl, Backpulver und Mandeln dazu. In die Form geben und 45 Minuten backen. Die Stäbchenprobe sollte ein Stäbchen fast ganz ohne Teig ergeben. In der Form auskühlen lassen, bevor man den Kuchen aus der Form holt und auf eine Tortenplatte legt.

Mandel-Marzipan-Kuchen

Dazu passt ganz wunderbar normale Schlagsahne (evtl. mit ein wenig Mandelsirup/Amaretto in der Sahne) und dann: selbstgemachtes Apfelmus mit ein wenig Zimt! Großartig.

Ich muss auch bei diesem Kuchen sagen, dass er eigentlich noch besser schmeckt, wenn er nach dem Backen 1-2-3 Tage in einer Blechschachtel liegt, bevor man ihn anschneidet. Die Aromen scheinen mir dann intensiver.

und andere essgestörte. Ich bin, wie alle wissen, die das Blog schon länger lesen, lebenslange Vegetarierin. Und mir gehen die meisten anderen Vegetarier und insbesondere Veganer, Makrobioten und andere extrem einschränkende Diäthaltende total auf den Keks. Diese Bereitschaft das Evangelium (ihrer besseren Essweise) zu verbreiten: grauenhaft. Genauso nerven mich Menschen, die spät zum Vegetariersein konvertiert sind, weil ihnen die Tiere so leid tun, weil es doch so viel gesünder ist, was auch immer. Was mich an diesen Menschen stört, ist ihre konstante Beschäftigung mit Essen und ihre drängende Botschaft, dass sie den heiligen Gral gefunden haben und bitte, bitte alle anderen auch retten wollen.

Man muss wirklich, ehrlich kein Vegetarier/Veganer/Makrobiot sein, um sich gesund zu ernähren. Man kann sich mit diesen Methoden gesund ernähren, wenn man weiß was man tut. Es gab zu dieser Obsession zwei Artikel, die mir gut gefallen haben:

Health Food Junkie

Orthorexia Nervosa

Ich sage nicht, dass jemand, der gerade seine Ernährungsweise komplett umgestellt hat unter einer Essstörung leidet. Aber die Missionierung… nee, danke. Gesunde Ernährung: gerne. Gutes Essen: sofort. Aber bitte mit einem entspannten Verhältnis zu sich und der Nahrungsaufnahme und ohne anderen ihr Essen madig zu reden. Mitbewohnerette #9 ist zwar ohne Evangelium unterwegs, aber ich habe ein wenig den Eindruck, dass sie sich ein paar Modediagnosen zu viel geholt hat und sich deswegen den Spaß am Essen verdirbt. Sie isst nämlich kein Gluten, keine Lactose und keinen Zucker (auch keinen Fruchtzucker). Ich habe das Gefühl, dass Lactoseintoleranz und Zöliakie die Modediagnosen seit ein paar Jahren sind. So wie es vorher den Reizdarm und davor den Darmpilz gab. Sicherlich gibt es Menschen, die den ganzen Krissel haben, aber so viele? Wenn es vorher fast keine gab? Ich habe meine Zweifel. Es scheint eher eine Ausrede zu sein, einer Diät folgen zu müssen, die u.a. zur Folge hat, dass die Mädels (und meistens sind es Mädels) sehr, sehr dünn werden und natürlich nichts dafür können. Schließlich ist es eine medizinische Diagnose.

Ein sehr einfaches Essen, das ein wenig Planung erfordert, dafür aber so gut wie keine Arbeit. Wenn man die Tofu-Zuckerschoten-Pfanne abends nach der Arbeit essen will, weil man weiß, dass man spät & müde wiederkommt und keine Nerven mehr zum Kochen haben wird, dann ist es eine sehr gute Idee, den Tofu morgens schnell in die Marinade zu legen, damit dann am Abend in unter 10 Minuten ein Essen selbstgekocht fertig zum Verzehr ist. Instant Gratification. Ich habe dabei nicht das Gefühl, eine Ersatzhandlung zu begehen, sondern es ist eine echte Mahlzeit mit ein paar asiatischen und mediterranen Obertönen. Die Schnelligkeit eines asiatischen Wokgerichts trifft die Kräutergeschmackswelt des Mittelmeers  – eine glückliche Ehe.

Zitronentofu-Zuckerschotenpfanne

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