Archives for the day of: 8. Januar 2006

Die KochSchlampe fliegt bei Herrn E ein und möchte sofort mit dem Kochen beginnen, da er noch auf eine Blogger-Lesung möchte, die früh anfängt. Ist ja gleich bei ihm um die Ecke, sollte kein Problem sein, wenn ich um halb sechs mit dem Kochen anfange. Denkste Puppe! Fängt schon um genau diese Zeit an, losgeschwungen und auch gut amüsiert.
Ein wenig war der Eindruck, dass ein Großteil der Blogger so die Außenseiter in der Schule waren, die weirdos, die Mädchen mit den skurrilen Gedanken, die die immer schon anders waren.

(Moment – warum führe ich ein Blog??)

Nach der Hälfte der Lesung hatte ich so einen Hunger, dass ich leider nicht mehr bleiben konnte. Herrn E hätte ich ja dagelassen, wenn er mir seinen Shclüssel gibt. Das Essen brauchte in seiner Gesamtheit eh eher so eine Stunde, bis es fertig ist… aber er wollte, ganz Gentleman, bei der Zubereitung mitmachen.

KochSchlampe hatte sich vorgenommen, an ein paar mehr Blogevents teilzunehmen, also… fremde Welten. Diesmal Rotkohl. Auch den gab es früher nie, aus den erwähnten Gründen.
Einer meiner letzten Versuche, mich dem Thema Rotkohl zu nähern. Erstaunlicherweise hat er mir sogar geschmeckt. Bestimmt nicht jden Tag, aber so mal, im Winter… vertrage ich auch Rotkohl. Zumal wenn er nicht zu Manschepampe gekocht wurde.

Pfannengerührter Apfelrotkohl

für 2 Leute

250-300g Rotkohl
1 leicht säuerlicher Apfel, Cox … Braeburn
1 EL Butter
2 TL Öl
1 kleine gewürfelte Zwiebel
2 Knoblauchzehen in gewürfelt
1/2 TL Nelken, grob zermörsert
1/4 Tl gemahlener Zimt
ein wenig frischer Muskat
1 TL brauner Zucker
1 ordentlicher Schuß Rotwein
Salz, Pfeffer

Den Rotkohl in feine Streifen schneiden. Grobe Stücken rausfischen. Den Apfel entkernen, aber nicht schälen und würfeln.
Öl und Butter in den Wok, die Zwiebel etwa 2-3 Minuten anbraten. Dann Apfel und Knoblauch dazu. Höherschalten und den Kohl dazu, fleißig rühren für 5 Minuten. Nun die Gewürze dazu, runterschalten und für mindestens 10 Minuten weiterkochen. Ab und an rühren. Zwischendurch den Wein dazu, damit nichts anbrennt.
Probieren. Wenn es fertig ist, den Zucker noch dazu, einmal umrühren und fertig.

Mit Knödeln und Lammsteak (das sich Herr E ganz alleine gemacht hat) sieht das dann so aus:

Cheers!

Herr E hat aus mir unerfindlichen Gründen eine Vorliebe für deftige deutsche Hausmannskost, zumindest im Winter.
Auftritt KochSchlampe. In einer Familie aufgewachsen, in der es sowas einfach nicht gab. Ein hervorragendes Dhal, kein Problem. Perfekte Pasta: Me! Hier, das habe ich gelernt. Aber nicht sowas exotisches wie Kartoffelklöße. Ich wurde nun aber neulich gefragt, wie die denn gingen, da Herrn Js anscheinend immer auseinander fallen.
Da hilft doch “Mühelos kochen in der modernen Gasküche”

und ähnliche Publikationen. Ich kaue nun wieder, was mir diese Bücher gesagt haben:

Die Klöße gleichmäßig formen. Ohne Risse und mit Mehl besieben. Evtl, zur Sicherheit, das Kochwasser mit 1 El kalt angerührtem Mehl versehen. Das Wasser nicht salzen.
Breite Töpfe sind besser als hohe, schmale. Stets einen Probekloß vorkochen, damit eventuelle Fehler des Kloßteiges noch geändert werden können.
Klöße nie in kochendes Wasser geben, den Topf immer erst vom Feuer nehmen, Klöße hineingleiten lassen und danach auf die niedrig geschaltete Flamme zurückgeben. Die Klöße sollten eher ziehen als kochen.
Immer ohne Deckel garen, der Kloß fällt sonst leicht auseinander.
Am Ende der Garzeit einen Kloß herausfischen, auseinander reißen und nachschauen, ob sie gar sind.

Oh, ich würde dem noch hinzufügen: Klöße, die gekochte Kartoffel enthalten vertragen es gar nicht, wenn diese mit einem Zauberstab oder in der Küchenmaschine mit Messern zerhackt werden. Das sollte man nur dann tun, wenn man seine Klöße kleberig-zäh liebt.

So, und nun, nach dieser langen Vorrede mal zum Rezept der Kartoffelklöße:

Knödel

Für zwei bis drei Leute:

700g am Vortag in der Schale gekochte oder gedämpfte mehligkochende Kartoffeln
180g Mehl
1 1/2 verschlagene Eier
je 1 TL Salz und Zucker
Croutons aus Weißbrot

Die Kartoffeln pellen und reiben oder durch eine Kartoffelpresse treiben. Mit den übrigen Zutaten gut vermischen und einen glatten Teig herstellen bis er sich in einem großen Kloß löst. mit bemehlten Händen in etwa 8 Klöße teilen und in jedem etwa 3 Croutons verstecken. Etwa 20 Minuten im heißen Wasser ziehen lassen.

Ich find ja, dass das ein wenig schmeckt wie zu groß geratene Gnocchi. Also nicht gruselig. Auch wenn Herr E ein wenig rummault, dass er Thüringer Klöße lieber mag. Dann soll mir das seine Oma mal zeigen, wie die gehen. Dann mach ich ihm sowas auch mal…

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