Ich war gestern auf dem Geburstag eines Freundes. Er in einer neuen Wohnung, das erste gemeinsame Heim mit seiner Freundin mit der er seit 8 oder 9 Jahren zusammen ist. In Lankwitz in einer 50er Jahre Siedlung. In zwei Zimmern, von denen eines ein Durchgangszimmer ist. Juhu bei dem Anblick. Da stellt sich mir dann das zweite Mal die Fage, weshalb er mit ihr da nur zusammengezogen ist, insbesondere, da auf dem Weg dahin Pendelverkehr mit der S-Bahn war und alles etwa dreimal solange gedauert hat und ich schon dachte, dass wir nie da ankommen würden.
Manche wollen das Massaker.
Das wurde das Mantra des Abends – ich bitte zu beachten, dass ich total tapfer war und keine bösen Bemerkungen über die Wohnung, deren Einrichtung oder über den Geisteszustand der Einrichtenden gemacht habe! Gut, es hat mich echt Energie gekostet, das nicht zu tun, aber ich fürchte, dass ich auf etwas breitere Ablehnung gestoßen wäre, hätte ich das getan…
Die Wohnung war in meinen Augen eigentlich eine einzige Katastrophe. Die Lage – da möchte ich ja nicht begraben sein, hat das Feeling einer westdeutschen Kleinstadt der 80er Jahre, wenn man da die Strassen lang läuft… *schauder*
Halb so groß wie der Zentralfriedhof von Chicago, aber doppelt so tot.
Im Hauseingang wurden wir von einem Muttchen mit ihren beiden schlecht erzogenen Tölen begrüßt – welch aufregend-anregende Nachbarschaft!
Eintritt in die Wohnung. Vom Teppich könnte man auch Augenkrebs bekommen: chemieblau, mit roten Vierecken in 100% polymerisiertem Mischpolymerisat (wie mein Vater es nennen würde). Dieser freundlich blaue Teppich zieht sich durch die gesamte wohnung. Nennen wir es … konsequent. Einer der Fälle, wo ich glatt frigide werden würde, wenn ich in solcher Umgebung Sex haben sollte. Wobei… schlimmer wären für mich in der Hinsicht die Diddl-Mäuse, die sowohl am Wohnzimmerfenster hingen, als auch auf Sideboards und ähnlichen waagrechten Flächen anzutreffen waren.
AAAAAAARGH!
Das meint die doch nicht ernst, oder? ODER? Bitte, bitte!
Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, was in so einem Hirn vor sich geht. Und dazu noch war im Bad das Klo umpuschelt. Ich weiß nicht, welchen Sinn das haben soll, es sei denn man möchte einsamen Bakterien eine liebevolle Heimstatt bieten. Dann ist das wieder unter der Rubrik “Ein Herz für Tiere” zu verstehen. Ist ja auch was Schönes. Dicht gefolgt, aber vemutlich nicht übertroffen wurde das Puschelklo von dem Objekt aus Dekosand und Muscheln, das die Atmsphäre des Sommerurlaubs in das heimische Bad transportieren soll. (“Ist das nicht romantisch?)
Ich könnte so noch eine Weile weitermachen, werde es aber für heute dabei belassen, sonst könnte ich noch persönlich werden. Kommen wir zum eigentlichen Zweck der Übung: Ich wurde gebeten für die Party was Süßes mitzubringen und habe das in Form eines Nußkuchens getan.
Nußkuchen vom Blech
200g Butter
100g Zucker
200g gemahlene Haselnüsse
8 Eigelb
8 Eiweiß, steif geschlagen
Aprikosenmarmelade
Schokosplitter
Ofen auf 150° vorheizen. Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Nach und nach die Eigelb dazugeben. Die Haselnüsse unterrühren, dann vorsichtig den Eischnee unterheben. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gießen und ca. 20-25 Minuten im Ofen lassen. Nach dem Auskühlen mit Marmelade bestreichen und die Schokosplitter darauf verteilen. Fertig!